Mitdenken erwünscht

Volker W. Degener, bekannter Autor und Vorsitzender der Lieselotte- und Walter-Rauner-Stiftung für Lyrik, hat seit je ein Faible für die verknappte literarisch-aphoristische Form. Nun sind unter dem Titel „Vorschau und Rücksicht. Hundert bedenkliche Aphorismen“ im Bochumer Brockmeyer-Verlag erschienen (mit Zeichnungen von H.D Gölzenleuchter und einem Nachwort von Walter Gödden, 66 Seiten, 9,90 Euro). Volker Degener schreibt Sätze wie „Ein gutes Gewissen profitiert von einem schlechten Gedächtnis.“ oder „Selbsternannte Saubermänner sind oft mit allen Wassern gewaschen.“ Dabei sind die Literatur und das eigene Schreiben dem Autor ein unbedingtes Bedürfnis, gerade die Aphorismen werden zur Fortsetzung von Degeners Schreib- und Lebensmaximen mit anderen Mitteln. Sie vermitteln die Botschaft: Höre auf Zwischentöne, vertraue keinen falschen Zungen, sei auf der Hut, wenn Politik und Markt dir etwas vorgaukeln wollen, nimm soziale Ungerechtigkeiten nicht als gegeben hin, sondern mache sie öffentlich und werde selbst aktiv. Mit anderen Worten: Benutze Deinen Kopf, denke selbst! Handele!