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Mit Feuereifer im eiskalten Atelier

02.12.2007 | 18:16 Uhr

Mit einem Heizkörper hinter sich arbeitet der Bochumer Künstler Kuno Gonschior beinahe rund um die Uhr an neuen Bildern. Nachfrage fürs nächste Jahr reicht von Miami über Sydney bis zur Küppersmühle in Duisburg

Kuno Gonschior findet keinen anderen Vergleich: "Das ist wie eine Explosion", meint er. Die Karriere des Bochumer Künstlers wird im kommenden Jahr mit internationalen Höhepunkten gekrönt, wie er sie in seiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt hat. Die Ausstellungen, die für 2008 geplant sind, reichen von den USA bis Australien. "Das kann im Moment kein anderer Künstler im Ruhrgebiet von sich sagen", steht für Kuno Gonschior fest, und : "Ich werde dort nur mit neuen Bildern vertreten sein, die noch nie gezeigt worden sind."

Darum male er derzeit "Tag und Nacht". Da in seinem neben einem Gewerbebetrieb gelegenen Atelier eine dezemberliche Kühle herrscht, wärmt sich Kuno Konschior mit drei Pullovern übereinander und einer dicken Mütze auf dem Kopf. "Und im Rücken habe ich einen Heizstrahler, wie man ihn aus den Biergärten kennt."

Einen kräftigen Schub erhielt der internationale Ruf des renommierten Künstlers im vergangenen Jahr, als die New Yorker Stux Gallery seine Reihe "Landscapes" (Landschaften) ausstellte. Galerist Stux war dafür eigens nach Bochum gereist, um sich die Arbeiten Gonschiors anzuschauen. Mit Stux hat Kuno Gonschior zwischenzeitlich einen fünfjährigen Exklusivvertrag für die USA vereinbart.

Die Entdeckung aus "Good Old Germany" hat sich inzwischen bei den US-amerikanischen Galeristen herumgesprochen. So wird am 3. Januar in der Galerie Rosenbaum in Miami (Florida) eine sechswöchige Gonschior-Ausstellung eröffnet. "Am 2. Januar fliege ich los", erzählt der Künstler.

Kurz nach der Vernissage bei Rosenbaum beginnt in Miami die Palm Beach Messe, auf der Gonschior nicht weniger als drei Mal vertreten sein wird. Seine Bilder werden gezeigt von den Galerien Stux und Rosenbaum und von der Galerie Lausberg (Totonto/Düsseldorf). Anfang Februar beginnt im übrigen eine zweite Ausstellung bei Stux in New York. Und durch die erwähnte Galerie Lausberg wird auch Toronto alsbald die Kunst Gonschiors Kennenlernen.

Doch damit noch immer nicht genug: Ausstellungen sind außerdem in Sidney und Melbourne im fernen Australien geplant. Schon heute hat Kuno Gonschior ein wenig "Bammel" vor dem viele Stunden dauernden Flug dorthin. Ansonsten wirkt Kuno Gonschior trotz des nahenden Vernissage-Marathons äußerlich so, wie man ihn seit jeher kennt - ruhig und besonnen. Möglicherweise ist er in nicht allzu ferner Zukunft auch auf Messen in Neuseeland und Südkorea vertreten - beinahe schwindelerregende Aussichten.

Mit dem Auto kann der Künstler indessen eine andere wichtige Ausstellung erreichen. Im Juni ist in der Duisburger Küppersmühle eine Einzelausstellung vorgesehen. Die hohen, weiten Hallen eignen sich natürlich besonders für raumgreifende Formate. Außerdem wird Kuno Gonschior vor Ort eine voluminöse Farbwand malen: "Größer als in Bochum", erläutert er. Im hiesigen Museum bildete vor wenigen Jahren die optisch irritierende Malerei an der Stirnwand des Lichthofes eine Hauptattraktion der Gonschior-Einzelausstellung. In Duisburg hat Kuno Gonschior schon vor 25 Jahren im Lehmbruck-Museum ausgestellt.

Natürlich sind die Bilder Gonschiors mit ihren typischen Fleckenflächen im Kunstbetrieb seit langem gefragt. In San Francisco waren sie schon vor zehn Jahren zu sehen. Warum hat sich das Interesse allerdings seit kurzem zu einem regelrechten Run entwickelt? Zum einen kann es sich dabei um eine glückliche Fügung handeln. Doch vielleicht liege "das auch daran, dass meine Bilder heute anders sind als früher, nicht mehr so hermetisch", überlegt der Künstler. Immerhin orientiere er sich jetzt "an Landschaften", was den Zugang möglicherweise erleichtere.

Bei Gonschiors Landscapes handelt es sich selbstredend nicht um naturalistische Motive. Kein Gipfel türmt sich da, kein Wald lockt romantisch. Mit einer ungewöhnlichen Beharrlichkeit variiert Gonschior seine der Op Art verwandten Punktesysteme. Er widmet sich dabei seit Jahrzehnten nun schon dem Experimentierfeld Farbe. Und so bestehen auch die "Landschaften" aus den für den Künstler typischen Fleckenflächen - doch erinnern sie, so wie die Farben gesetzt sind, von fern an die klassischen Impressionisten. Im Gegensatz zu den Altvorderen geht Kuno allerdings nicht nach draußen an die frische Luft, um seine Motive zu finden: "Ich beziehe mich nie auf die Natur, sondern immer nur auf andere Kunst", erläutert Kuno Gonschior. So habe er bei einem Bilderzyklus ein imaginäres Gespräch mit Pierre Bonnard geführt. "Ich wusste mehr als er", meint Gonschior schmunzelnd.

Von Werner Streletz

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Kommentare
03.12.2007
09:21
Mit Feuereifer im eiskalten Atelier
von ostseeman | #1

Wikipedia meint dazu:

Zu den Hauptmotiven des vom japanischen Holzschnitt faszinierten Bonnard zählten insbesondere Landschaften, Blumengärten, Segelboote und der weibliche Akt. Er war vor allem von den Bildern Paul Gauguins fasziniert und zählt wegen der starken Bedeutung des Lichts in seinen Werken zu den Malern des Impressionismus, obwohl er im Grunde einen eigenen Stil verwirklichte, der in die symbolistische Richtung geht.

Tja, schöne Frauen auf Segelbrettern gab es zu diesr Zeit noch nicht ...

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