Mit 75 ist für Elfriede noch lange nicht Schluss

Hofstede..  Aufhören? „Geht nicht. Ich hab’ die doch alle großgezogen!“ Haus Fey ohne Elfriede? Das kann, das will sich keiner der Gäste vorstellen, in der vielleicht urigsten und liebenswertesten Kneipe Bochums. Heute ist es nicht nur die Stammbelegschaft, die die Chefin hochleben lässt: Elfriede Fey wird 75.

Seit 1974 ist das Hofsteder Mädchen Wirtin an der Hofsteder Straße 17. Vor 20 Jahren ist Gatte Gerd „mit 56 viel zu früh weggestorben“ (was sie ihm bis heute übel nimmt). Fortan schmiss Elfriede den Laden alleine: neben der Gaststätte auch das Hotel mit zehn Zimmern, in denen vornehmlich Monteure ab 35 Euro die Nacht absteigen.

Die Gästezimmer sind dank der Modernisierung nach dem Großbrand 2011 „schöner als dat Savoy“. In der Gaststätte indes ist die Zeit stehengeblieben. Wer wissen möchten, wie eine Kneipe in den 60er und 70er Jahren aussah: Hier gibt’s Heimatkunde live und in Farbe, u.a. mit Riesenpuzzles und Flaschenöffnersammlung. Ein gastronomisches Gesamtkunstwerk, das auch Promis begeistert. Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert schaut regelmäßig zum Doppelkopf vorbei. Hugo Fiege hat im Haus Fey zum Sechzigsten geladen. Für ihn ist Elfriede „Kult“.

Es gibt keine Speisekarte. Doch Strammer Max, Mettbrötchen und Bratkartoffeln sind schnell zubereitet. Wer opulenter dinieren will: Anruf am Vortag reicht. Dann macht sich Elfriede auf, um „bei den Dönninghaus“ Leckeres für die Pfanne zu kaufen. Schön mit Kartoffeln und „Kohlräbskses“: ein Gedicht.

In diesen Wochen wird wieder der Grill angeschmissen: Der Biergarten ist gleichfalls eine Marke für sich. Leider ohne Wildschwein Moritz, das es trotz (oder wegen?) Frauchens Dauerfütterung mit Frankfurter Kranz dahingerafft hat. Verstärkung in der Gaststätte leistet Enkelin Julia „Julchen“ Lubowitzki. Als Angestellte. Irgendwann als Nachfolgerin von Elfriede Fey. Aber – siehe oben: Noch hält die Chefin die Stellung. Aufhören? Geht nicht.

Alles Liebe, Elfriede!