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Minister Jäger ehrt Bochumer Polizei für Kindersitz-Projekt

09.03.2016 | 18:10 Uhr
Minister Jäger ehrt Bochumer Polizei für Kindersitz-Projekt
Polizeikontrolle für richtige Kindersicherungen, hier im vorigen Februar an der Schule Knepperstraße. Neben der Polizei ging der Landespreis auch die „Ordnungspartner“ der Polizei: die Bogestra, die Stadt Bochum, die Verkehrswacht und an die HCR GmbH (Straßenbahn Herne/Castrop-Rauxel).Die Bogestra hat z.B. 4500 Kita-Kinder zur Puppenbühne gefahren. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Für ihren Einsatz zur Verbesserung der Kindersicherungen im Auto ist die Polizei Bochum mit dem „Landespreis für Innere Sicherheit“ geehrt worden.

Mit viel Aufwand hat die Bochumer Polizei in den Jahren 2013 und 2014 die Anzahl der verletzten Kinder in Pkw senken können. Dafür wurde sie am Mittwoch im Bergbaumuseum von Innenminister Ralf Jäger mit dem „Landespreis für innere Sicherheit“ ausgezeichnet.

„Das glaubt man nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat“, sagt Polizeihauptkommissar Siegfried Klein, Leiter der Abteilung Unfallprävention und Opferschutz. Er meint die Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Fahrlässigkeit, die einige Eltern bei der Sicherung ihrer Kinder im Auto an den Tag legen. Oft ist der Nachwuchs nur schlecht oder gar nicht gesichert. Kinder sitzen statt auf einem Kindersitz nur auf einem Kissen oder einer Decke. Oder auf dem Schoß der Eltern oder der Geschwister. „Da bleibt einem die Luft weg“, sagt Klein über diese gefährlichen Versäumnisse. Ein Vater hatte sein Kleinkind sogar auf dem Fahrersitz auf dem Schoß. Seine Erklärung: „Ich wollte meinem Sohn das Lenken beibringen.“ Hätte der Airbag ausgelöst, hätte das Kind zerquetscht werden können.

Innenminister Ralf Jäger (li.) neben Polizeikauptkommissar Siegfried Klein. Foto: Ingo Otto

Ende 2012 hatte die Polizei bemerkt, dass deutlich mehr Kinder im Auto verletzt worden waren: 31 allein in Bochum Im Jahr 2011 waren es noch 19. „Da müssen wir auf jeden Fall etwas tun“, sagte Klein damals. Unter dem Projekttitel „Auf den Klick kommt es an“ begann die Polizei, verstärkt das Anschnallen zu kontrollieren und in Kinder-Einrichtungen über die enormen Gefahren einer schlechten Sicherung aufzuklären. Sie lud viele tausend Kinder in ihre „Puppenbühne“ ein, wo das Stück „Hasi hat’s geschnallt“ gespielt wurde. Sie ging beispielsweise in Kitas, in Geburtsstationen von Krankenhäusern und auch in Moscheevereine, um Eltern zu informieren.

Nach einem Jahr konnte die Anzahl der „passiv verletzten Kinder“ in Bochum deutlich von 31 auf 18 gesenkt werden, nach zwei Jahren sogar auf zehn.

„Sie haben die Köpfe der Eltern und der Kinder erreicht“

„Sie haben die Köpfe der Eltern und der Kinder erreicht“, lobte Minister Jäger die Polizei. Er sei dafür „außerordentlich dankbar“. Und: „Wenn Kinder lernen, was richtig und was falsch ist, dreht sich die Erziehung manchmal um.“ Das heißt zum Beispiel: Schnallen Papa oder Mama sich mal nicht an, gibt’s sofort eine Rüge von der Rückbank.

Trotz der Ehrung wird die Polizei jetzt aber nicht nachlassen mit ihrer „Klick“-Aktion. Denn: Im Jahr 2015 ist die Anzahl der passiv verletzten Kinder im Auto wieder angestiegen in Bochum – auf 19. Es wird also weiter regelmäßig Kontrollen und Aufklärung geben.

Bernd Kiesewetter

Kommentare
10.03.2016
13:49
#1 Kinder haben Ihrer Meinung nach also keinen Schutz auf innere Sicherheit.
von bolol | #2

Die Begrifflichkeit innere Sicherheit umfasst mehr als die spektakulären Einsätze.

Der Preis geht zurecht an die Bochumer Polizei. Die haben mich mal...
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2 Antworten
Minister Jäger ehrt Bochumer Polizei für Kindersitz-Projekt
von KenRosenberg | #2-1

Für den Schutz der Kinder sind in erster Linie die Eltern verantwortlich und nein der Begriff Innere Sicherheit kann nicht beliebig ausgelegt werden.
Dieser Preis ist nichts weiter als unnötige Selbstbeweihräucherung zu einem Thema, welches nichts mit Innerer Sicherheit zu tun hat, machen Sie sich nichts vor.

Solche Preise haben den Sinn
von bolol | #2-2

die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema zu lenken. Sehr sinnvoll übrigens. Hat mich doch letztes im Autobahnkreuz Bochum/Witten ein 20-Schleicher genervt. Das schleichen war dann entschuldigt hielt doch seine Frau ein Neugeborenes auf dem Arm.

Klar bevorzugen einige sich in den Gewaltphantasien zu suhlen. Facebook ist voll davon. In der realen Welt trifft es dann aber nur wenige tatsächlich Betroiffene. Aber soviel Ehrlichkeit wäre natürlich ein Problem für beispielsweise die AFD deren Marketingstrategie das Angstmachen ist. Etliche Sekten arbeiten mit ähnlichen Strategien.

Ägerlich das solche Sektierer mittlerweile den Staat für ihre Zwecke instrumentalisiert haben. Faktisch ist nämlich die Polizeiarbeit nicht anders als vor 12 Monaten. Wie soll das auch anders gehen, wenn weder Geld für für Polizei ausgegeben oder gar für Prävention ausgegeben wird.

Für die Erreichung der innere Sicherheit nach Ihrer Definition ist in das Sozial- und Bildungsministerium zuständig.

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Minister Jäger ehrt Bochumer Polizei für Kindersitz-Projekt
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2016-03-09 18:10
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