Mieter „beschnuppern“ ihr neues Zuhause in Harpen

Die zukünftigen Mieter und Interessierte nehmen ihr neues Zuhause am Bernsteinweg schon mal in Augenschein.
Die zukünftigen Mieter und Interessierte nehmen ihr neues Zuhause am Bernsteinweg schon mal in Augenschein.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zukünftige Mieter und Interessierte nehmen das Mehrgenerationenhaus in Harpen schon mal in Augenschein. Die baldigen Nachbarn kennen sich schon.

Bochum/Harpen.. Großer Zulauf für ein ambitioniertes Projekt. Das zukünftige Mehrgenerationenhaus in Harpen öffnete am Freitag und Samstag erstmals die Türen für zukünftige Mieter und Interessierte. Am Bernsteinweg 2 entstehen 22 Wohnungen, darunter eine gemeinschaftliche für alle Bewohner sämtlicher Jahrgänge. Sowohl die Architektur des Hauses als auch das Konzept spiegeln den offenen Charakter wider, der zum Austausch beitragen soll.

Die Idee ist auf Bärbel Stanger (67) und Cornelia Gockeln (60) vom Verein Nachbarschaftliches Wohnen in Bochum (NaWoBo) zurückzuführen: „Nachdem das erste Projekt unseres Vereins an der Wasserstraße erfolgreich realisiert wurde, haben wir uns dem zweiten Mehrgenerationenhaus gewidmet. Fünf Grundstücke wurden besichtigt, bevor wir uns für den Bernsteinweg entschieden haben“, sagt Stanger. Mit der VBW wurde schnell der passende Investor gefunden, das Architektur-Büro Kreitschmann-Seidel-Utku mit der Planung beauftragt. Am 24. März 2014 rückte der erste Bagger an.

Ein kommunikatives Konzept

Das Konzept des Hauses ist kommunikativ, erklärt Stanger: „Die Gemeinschaftswohnung im Keller ist für alle nutzbar – als Treffpunkt, für Feiern oder auch Mieterversammlungen.“ Die 50 Quadratmeter Wohnfläche beinhalten Küche und Badezimmer und bieten Gästeschlafplätze für Besucher. Die Mietparteien teilen sich die Kosten.

Für 15 der 21 Wohnungen (zwischen 55 und 88 Quadratmeter) existieren unterschriebene Vorverträge, welche die erhoffte Generationenvielfalt bereits sichern: „Der jüngste Bewohner wird sechs Monate, der älteste in Kürze 80 Jahre alt sein. Es ziehen Familien, alleinerziehende Mütter und Einzelpersonen ein“, freut sich Stanger über die ausgeglichene Mischung. In Kürze packt auch sie Umzugskartons, um – genau wie Mitorganisatorin Gockeln – Teil der Mietervielfalt im Bernsteinweg zu werden.

Zum Einzug feiern die Mieter eine Party

Genau wie das Ehepaar Margarete (54) und Klaus Strote (56): „Was hier entsteht, gefällt uns sehr gut. Man wird halt älter, weshalb wir rechtzeitig ein geeignetes Haus mit Aufzug finden wollten.“ Generell sei der Bau „barrierearm“, u.a. durch verbreiterte Türen und bodengleiche Duschen. Die zukünftigen Mieter haben untereinander längst erste Bekannt- und Freundschaften geschlossen, erzählen die Strotes: „Wir unternehmen zwei Mal im Monat etwas zusammen. Zum Einzug gibt es dann eine Party.“

Auch der Sommer kann kommen. Der rund 535 Quadratmeter große Gemeinschaftsgarten wird einen Grill- und Kinderspielplatz bieten. Die offenen Laubengänge und zur Hälfte einsehbare Balkone entsprechen ebenfalls dem Motto des „gemeinsamen Wohnens“. Wichtig sei jedoch, dass jeder Mieter profitieren soll: „Es geht nicht darum, dass die Jüngeren nur den Senioren den Alltag erleichtern“, stellt Bärbel Stanger klar.