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Messer im Rücken: Opfer (16) lehnt Entschuldigung ab

14.05.2007 | 02:44 Uhr

"Das war feige", sagte der Schüler im Zeugenstand. Er war mit einem Springmesser im Hauptbahnhof lebensgefährlich verletzt worden. Geständnisse

Nach der lebensgefährlichen Messerattacke am 5. Januar in der Verteilerebene des Bochumer Hauptbahnhofs haben die beiden Angeklagten (je 19) aus Bochum gestern Geständnisse abgelegt. Einer gab vor der 3. Strafkammer am Landgericht zu, einem damals 15-jährigen Bekannten zweimal mit einem Springmesser in den Rücken gestochen zu haben, so dass sogar die Lunge getroffen wurde. Der andere, ein Lehrling, gestand, das Opfer während der Stiche im Schwitzkasten gehabt zu haben. Dem einen wird versuchter Totschlag, dem anderen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Das Opfer, ein Schüler, lag zwei Wochen im Hospital. Anfangs auf der Intensivstation. Der Junge will dem Hauptangeklagten nicht verzeihen. Dieser hatte ihm aus der U-Haft im Jugendgefängnis Iserlohn einen Entschuldigungsbrief geschickt. Doch die Entschuldigung nahm der heute 16-Jährige gestern nicht an. Seien Begründung: "Das war feige mit dem Messer."

Der Bluttat vorangegangen waren angeblich wechselseitige Beleidigungen zwischen beiden Seiten. Beleidigungen aus der Gossensprache. Zwischen dem mutmaßlichen Messerstecher und dem späteren Opfer und seinem Freundeskreis soll es schon vorher Spannungen gegeben haben. Der Hauptangeklagte: "Es kam zu kleinen Schlägereien, Rangeleien und Beleidigungen. Es wurde auch mit der Faust geschlagen." 15-mal sei das so passiert. Am Tatabend, als man sich zufällig im Bahnhof über den Weg lief, eskalierte dann alles. Auf einer Rolltreppe zum Bahnsteig der U 35. "Er hat das Messer aus der Hosentasche geholt. Ich habe versucht, es ihm aus der Hand zu treten", sagte das Opfer. Das habe aber nicht geklappt. Dann hätte der Angeklagte von oben auf ihn eingestochen. "Ich habe nicht sofort gemerkt, dass das ein Messer war. Ich habe nachher nur die Schmerzen gespürt." Heute ist er wieder genesen.

Die Tat passierte gegen 18.30 Uhr. Die beiden 19-Jährigen hatten sich damals schon um 15 Uhr getroffen und sich für zehn Euro "Gras" gekauft. Zum Rauchen.

Ein Urteil folgt noch. B.Ki.

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