Merkwürdige Wege durch die Stadt
28.09.2011 | 17:35 Uhr 2011-09-28T17:35:40+0200
Mit einigem Recht könnte man behaupten, dass das, was das Figurentheater der Nationen (Fidena) am Wochenende vorhat, eine neue Kunstform ist. Natürlich nicht in einem essenziellen Sinne. Dennoch ist die neue Mischung aus Schnitzeljagd, Performance, Kunst im öffentlichen Raum und Figurentheater etwas, was es so noch nirgends gegeben hat. Kunst-Cache heißen die drei Parcours in der Stadt, die am Samstag und Sonntag von Besuchern absolviert werden können. Die Teilnehmer werden persönlich kontaktiert, sie bekommen dann genaue Angaben über verpflichtende Startorte und -zeiten sowie konkretes Kartenmaterial und Texte.
„Dieses innovative Konzept hat uns an Grenzen gebracht“, so die Fidena-Chefin Annette Dabs. Sie freut sich gleichzeitig ungeheuer über die positive Wettervorhersage, die ideal für das Vorhaben ist. Was erwartet die Teilnehmer? Bruno Pilz hat im und um den Weitmarer Schlosspark gearbeitet und konfrontiert seine im Abstand von sieben Minuten startenden Besucher mit einem minuziös geplanten Soundtrack über Kopfhörer und einer Bearbeitung des Stoffes von Alice im Wunderland von Lewis Carroll.
Muss man Angst haben?
»MEMO – Finde das Dings, bekämpfe den Bums!« von Florian Feisel beginnt in einer Gastronomie im Ehrenfeld. Die Teilnehmer erleben dann die Stadt zwischen Schauspielhaus, Hauptbahnhof und Rottstraße auf ganz neuen, merkwürdigen Wegen. Sie werden geleitet von Puppen, die mit ihnen sprechen, ihnen etwas geben, sie weiterschicken. „Bis man nicht mehr weiß, wo man ist und wie man dahin gekommen ist“, so Dabs.
Muss man Angst haben? Nein, findet Anette Dabs. Sie rät den Leuten, Vertrauen zu haben. Und sie ist sich ihres Publikums sicher. „Die sind ganz andere Sachen gewohnt“, erinnert sie an die avantgardistische Tradition der Fidena, die schon über 50 Jahre in Bochum (Figuren)Theater macht. Es richte sich aber dezidiert an Erwachsene, die bereit sind, sich überraschen zu lassen: „Dazu gehen wir ja ins Theater“.
Sonnenbrille, Stift und Papier
Der dritte Cache, „Klara Blanco – die weißen Puppenschuhe“, von und mit dem Theater Parzelle findet statt rund um das FKT an der Bessemer Straße und ist etwas „poetischerer“ Natur als die anderen beiden. Hierfür sind Sonnenbrille, Stift und Papier mitzubringen. Riskieren wir also den Trip ins Unbekannte.
Info: Die drei Caches finden am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Oktober statt. Startnummern nur unter (0234) 47720. Das Ticket kostet 6,50 €.

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