Mehr politisches Theater
25.03.2008 | 20:10 Uhr 2008-03-25T20:10:03+0100Am Ostermontag war die palästinensische Theatergruppe im Bahnhof Langendreer zu Gast.
"Viel zu wenig politisches Theater gab es in den letzten Jahren im Bahnhof Langendreer", findet Dagmar Wolf vom Nord-Südbüro des Kulturzentrums. Eine Entwicklung, die sie mit Sorge beobachtete und zu dem Entschluss führte, dass sich etwas ändern müsse. Wolf will künftig vor allem politische Schauspielgruppen aus außereuropäischen Ländern auf die Bühne bringen.
Der Auftritt der palästinensischen Theatergruppe "Al Jawal" ("Die Wanderer") am Ostermontag soll nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf das, was noch folgen kann und soll. Mit der arabischen Wandertruppe aus Galiläa - in ihrer Heimat bereits mit zahlreichen Preisen ausgestattet, in Deutschland noch weitestgehend unbekannt - ist ihr und dem Arbeitskreis Palästina NRW ein besonderes Engagement gelungen, das sehr gut besucht wurde.
Rund 200 Besucher seien dagewesen, darunter viele Deutsche, sagt Aboutayyem Belal vom Arbeitskreis. Letzteres ist insofern erwähnenswert, weil das Stück "Das letzte Feld" in arabischer Sprache aufgeführt wurde. Ein Beamer blendete jedoch stets die deutsche Übersetzung ein.
Al Jawal ist eines der ältesten arabischen Theater in Palästina, das immer wieder Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Themen in seiner Heimat bezieht, das Leid und die Nöte unter der israelischen Besatzung, aber auch die Gemeinsamkeiten unter den Menschen, die um eine Konfliktlösung kämpfen, aufzeigt. In dem aktuellen Stück ging es um Kriegserlebnisse und darum, wie sie die Psyche eines Menschen zerstören können. "Die Palästinenser, die seit mehreren Generationen hier in Deutschland leben, sollen sehen, was sich drüben getan hat", sagt Sabine Böhnke-Egbaria vom Arbeitskreis Palästina, der sich vor einem Jahr in Bochum gegründet hat und durch unterschiedliche Aktionen auf die Situation in Palästina aufmerksam machen will.
Auch wegen des großen Erfolges überlegt Dagmar Wolf nun, ob sie eine ganze Serie an außereuropäischen Theateraufführungen mit politischer Botschaft im Bahnhof Langendreer organisieren soll.
Ein zweiter Termin steht zumindest schon fest: Am Sonntag, 27. April, wird das "Teatro Telo?n de Arena" aus Ciudad Jua?rez in Mexiko zu Gast sein. Wenn die Theatergruppe denn tatsächlich anreist. "Das weiß man vorher nie genau, es kann immer etwas dazwischen kommen", sagt Dagmar Wolf.
Die Schauspieltruppe ist Teil des soziokulturellen Projekts "Tel?o?n de Arena" ("Sandvorhang"), der sich der Förderung und Produktion von szenischen Aufführungen widmet.
Ziel ist, das friedvolle Zusammenleben in den mexikanischen Gemeinden zu fördern, mehr Toleranz zu erreichen.

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