Immobilienmarktbericht...
Mehr Bochumer zieht es in die Stadt
28.07.2010 | 00:00 Uhr 2010-07-28T00:00:00+0200
Die Menschen zieht es wieder stärker in die Innenstadt; das ist eine Quintessenz des aktuellen Immobilienmarktberichtes Bochum.
Rolf Lapan, Inhaber des hiesigen Immobilienmaklerunternehmens Engel & Völkers: „Wir erkennen, dass der Bereich um die City immer begehrter wird. Dazu gehören in erster Linie Ehrenfeld und das Stadtparkviertel.“ In Ehrenfeld gebe es so gut wie keine Bewegung; die Leute bleiben wohnen. Stadtpark und Grumme entwickeln sich zu exklusiven Wohnquartieren. Infrastruktur und Innenstadtnähe hätten den Stadtteil in jüngster Zeit aufgewertet. Im Stadtpark und in Ehrenfeld würden bereits höhere Preise bei Kauf und Verkauf notiert als in Stiepel, wenngleich Stiepel indes bei Mieten von bis zu acht Euro pro Quadratmeter nach wie vor Rang eins behauptet.
Lapan hat, wie mehrere andere Bochumer Makler, für die Zeitschrift Capital als Berater an einer bundesweiten Studie mitgewirkt. Der Trend zeichne sich nahezu überall ab: „Nach Beobachtung unserer Kaufberater wollen auch ältere Leute, etwa aus Stiepel, in die Innenstadt.“ Beispiel sei auch das „Quartier 100“ an der Wittener Straße auf dem Gelände der ehemaligen Bogestra-Werkstatt. Mit einer derartigen Nachfrage hätten Skeptiker zu Beginn nicht gerechnet, so Lapan.
Im Bochumer Mittelfeld liegt Weitmar, während sich Altenbochum und Wiemelhausen als günstigste Standorte erweisen (ab fünf Euro/Quadratmeter). Begehrt bei Studenten, Freiberuflern und jungen Familien ist das Viertel rund ums Bermudadreieck. Die Infrastruktur mit vielen Kneipen, Restaurants, Kinos und Einzelhandel sowie günstige Altbaumieten um sechs Euro/Quadratmeter zieht immer mehr Leute ins unmittelbare Zentrum. Aber auch Senioren gelten hier als potenzielle Zielgruppe.
Aus den Einfamilienhäusern rund ums Theater will niemand weg, nur wenig besser sieht es bei Miet- und Eigentumswohnungen aus. „Wer ins grüne und ruhige Trendquartier Ehrenfeld will, benötigt Geduld und vergleichsweise viel Geld, um seine Wunschimmobilie zu finden“, so Lapan.
Stiepel habe gegenüber Ehrenfeld und Stadtpark an Beliebtheit eingebüßt. Dennoch bleibt der Stadtteil an der Spitze mit bis zu 390 Euro pro Quadratmeter bei den Grundstückspreisen. Als einer der inzwischen beliebtesten Stadtteile gelte Weitmar, das Waldgebiet Weitmarer Holz mit Restaurants, Reit-, Rad- und Wanderwegen stehe für hohen Naherholungswert. „Die Gründerzeitvillen, Architekten- und Reihenhäuser, Mietwohnungen und Doppelhaushälften haben einen besonderen Charme; Lapan: „Ein stabiler Immobilienmarkt mit gemischtem Preisniveau – bis hin zur Villa über 600 000 €.
Wiemelhausen steigt nach Erkenntnis Bochumer Makler auf der Beliebheitsskala, dank bester Infrastruktur und kurzen Wegen zur Ruhr, zur Uni und auch zur Innenstadt. Bauplätze und Bestandsimmobilien vom großzügigen Einfamilienhaus bis zum restaurierten Zechenhaus seien zahlreich vorhanden. Reihenhäuser gibt es ab 180 000 Euro, selbst großzügige Einfamilienhäuser lägen selten über 500 000 Euro.
Insgesamt gilt der Bochumer Markt als relativ stabil: „Ein bis zwei Prozent Preisverlust bei Toplagen, Verluste bis zu acht Prozent bei neuen Eigentumswohnungen.“
13:22
Den Tenor des Artikels bestreite ich ja überhaupt nicht. Der Trend Zurück in die Stadt ist auch für mich klar erkennbar. Was mich stört ist die einseitige Darstellung, die m. E. die Gesamtsituation in Bochum nicht korrekt wiederspiegelt.
Ich habe mir den Immobilienkompass von Capital im Internet mal etwas genauer angesehen. Inhaltlich kann ich die Einordnung der Wohnlagen in vielen Fällen nicht nachvollziehen. Hier nur ein paar Beispiele: Die Lohstraße in Hamme wird als gute Wohnlage aufgeführt, die Propst-Hellmich-Promenade in Wattenscheid sogar als Top-Wohnlage. Wohingegen aus meiner Sicht gehobene Umgebungen wie z. B. die Witzleben- oder Leberstraße in Altenbochum als mittlere Wohnlagen ausgewiesen werden. Weitere Extremfälle lassen sich leicht finden.
Außer der im Artikel genannten Firma E & V haben, wie erwähnt, auch noch andere Bochumer Makler Daten geliefert. Namentlich genannt wird im Artikel allerdings nur E & V. Das geht für mich schon in Richtung versteckte Werbung.
Mit meiner Bemerkung übrigens ein Anbieter eher hochpreisiger Objekte habe ich schließlich die Aussage von Gustaf unterstrichen. Wenn sich laut E & V (nicht der Gesamtstudie!) Altenbochum und Wiemelhausen als günstigste Standorte Bochums erweisen, umfasst der Angebotsbestand dieser Firma bestimmt keine (oder nur sehr wenige) Immobilien z. B. in Hamme oder Riemke.
12:08
Was hat es mit Werbung zu tun, wenn die Zeitung schreibt, dass der Bochumer Immobilienmarkt einigermaßen stabil ist, dass es einen Trend vom Land in die Stadt gibt und wie die Situation in den einzelnen Stadtteilen aussieht?
Wo soll die Redaktion derartige Informationen recherchieren wenn nicht bei den hiesigen Marktexerten? Und warum wird unterschwellig vorgeworfen, dass der zitierte Makler ein Anbieter eher hochpreisiger Immobilien ist? Gilt für diesen Fall automatisch, dass das eingebrachte Expertenwissen zweifelhaft ist?
Es muss wohl einen Grund für derartige Sensibilitäten geben. Ich kenne ihn nicht und halte diese Art von Vorhaltungen für absolut überflüssig.
Werbung sieht jedenfalls ganz anders aus. Oder steht irgendwo, dass dieser Makler der beste und kompetenteste ist, die tollsten Immobilien hat und sich am meisten engagiert o. ä.?
11:39
zu 5 Cinci
Der jährlich erscheinende Immobilienkompass der Capital gehört traditionell zu den objektivsten, detailliertesten und seriösesten Statistiken dieser Art überhaupt – gerade weil er sich deutschlandweit um den Input regionaler Experten bemüht.
Ich halte es für eine veritable Information an die Zeitung und ihre Leser, wenn einer dieser Makler die Statistik unter lokalen Aspekten auswerten hilft. Glaubt denn wirklich jemand, dass die Redaktion nicht unabhängig ist, nicht filtert oder gar Werbung unterstützt?
Wenn sich jeder Kanichenzüchter rühmen kann, den größten Stallhasen zu haben, warum darf ein Makler nicht vorurteilsfrei seinen Kompetenzhintergrund einbringen, um dabei zu helfen, die Bochumer Immosituation zu skizzieren?
Hier hat die Redaktion seriöse Expertenmeinung eingeholt. Und das ist auch gut so.
07:23
@4 von Frank:
Wo siehst du eine Oberflächlichkeit? Die Studie wurde von Capital durchgeführt, die Daten kommen von lokalen Maklern und der Bericht hier wurde von denen lanciert. Die Datenbasis, die Stichprobe, Angaben zur Repräsentativität usw. der Studie werden hier nicht genannt.
Heute muss ich (zum ersten Mal!) Staufenberg recht geben: Außer als Werbung für den genannten Immobilienmakler (übrigens ein Anbieter eher hochpreisiger Objekte) sehe ich keinen weiteren Nutzen in diesem Artikel.
19:50
Da sieht man mal, wie oberflächlich manche Beiträge gelesen und dann auch noch absurd bewertet werden. Aus dem Beitrag geht doch klar hervor, dass es sich um eine (bundesweit angelegte) Studie der Zeitschrift Capital handelt und nicht um unkommentierte und unrecherchierte Werbung für einen Makler. Hier wurden Statistiken und Fakten ausgewertet und wiedergegeben.
18:43
Es wird Zeit das in Bochum keine Ackerflächen und sonstige Grünflächen zugebaut wird. Bochum ist bebaut genug. Wenn gebaut werden soll dann sollen sie einige der alten 50 bis 70er Jahre Hochbausünden abreissen und da neu bauen aber das ist ja den Immobilienfritzen zu teuer.
Allein das die Waz für solche Gauner werbung macht ist shcon der Hammer.
14:42
Wie kann denn ein Bericht eines privaten Immobilienmaklerunternehmens unkommentiert und unrecherchiert den Weg in eine unabhängige Zeitung finden? Kein Mensch bzw Leser weiss wie diese Ergebnisse zu stande kam, auf welche Fakten alles basiert? Pi mal Daumen oder gleich alles erfunden?
14:23
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass für das Immobilienmaklerunternehmens Engel & Völkers Bochum ausschließlich südlich der A40 liegt. Anders kann ich mir Aussagen wie während sich Altenbochum und Wiemelhausen als günstigste Standorte erweisen (ab fünf Euro/Quadratmeter) nicht erklären.