Maler arbeitet seit 50 Jahren in derselben Firma in Bochum

Willi Strätker, Hans-Dieter Schiemann und Thomas Strätker (v.li.) vom gleichnamigen Malerbetrieb.Foto:INGO OTTO
Willi Strätker, Hans-Dieter Schiemann und Thomas Strätker (v.li.) vom gleichnamigen Malerbetrieb.Foto:INGO OTTO
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Hans-Dieter Schiemann arbeitet seit 50 Jahren in dem selben Malerbetrieb. Im nächsten Jahr könnte er in Rente gehen, will das aber nicht.

Bochum..  „Die Arbeit hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Es war immer schön“, sagt Hans-Dieter Schiemann. Der 64-jährige feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Betriebsjubiläum beim Malerbetrieb Strätker in Riemke. „Das ist doch ‘ne tolle Sache: Man sieht am Ende des Tages immer, was man geschafft hat“, erklärt Schiemann, was er an seinem Beruf so liebt.

Und das, obwohl Maler erst seine dritte Wahl war, was seine Zukunft anging. „Mein Traumberuf war ja schon immer Schornsteinfeger“, erzählt er mit einem Schmunzeln, „oder Maurer.“ Um Schornsteinfeger zu werden, hätte er aber die mittlere Reife gebraucht, für die Lehre als Maurer war er zu schmächtig. „Er war schon ein kleines, zartes Kerlchen“, erinnert sich Wilhelm Strätker, bei dem der 14-jährige Schiemann damals seine Lehre begann. Dafür war der heute 64-Jährige aber überaus sportlich, war begeisterter Turner. „Das war damals noch eine wichtige Voraussetzung für einen Maler, sie mussten Klettern können und einen guten Gleichgewichtssinn haben“, sagt Thomas Strätker, der heutige Inhaber des Betriebs, der 1904 gegründet wurde und in Familienhand ist. Mit diesen Voraussetzungen und Spaß an der Arbeit wurde der junge Schiemann schnell zum gefragten Lehrling. „Es war ‘ne schöne Zeit damals“, sagt der Maler über seine Lehrjahre.

„Ich könnte nicht den ganzen Tag nur zu Hause rumsitzen“

„Aber die Zeiten waren anders, der Lehrling ging mit der Schubkarre auf der Straße, der Geselle auf dem Gehweg, man hatte höllischen Respekt.“ Nicht nur die Hierarchien sind seitdem merklich flacher geworden. Zwei weitere große Veränderungen erlebte Schiemann in seinen 50 Berufsjahren: zum einen die Verbreitung von Dispersionsfarbe vor rund 30 Jahren, der heute handelsüblichen Wandfarbe. „Davor mussten wir die Farben immer selber anrühren, aus Kreide und Leim.“ Der Nachteil: bei dieser Art von Farbe konnte nur wenige Male überstrichen werden. „Dann musste man die erst wieder runter kratzen, bevor man neu streichen konnte. Das war schon ‘ne schwierige Zeit.“

Vor zwei Jahren kam die nächste große Veränderung. „Wir sind jetzt viel mehr unterwegs, früher waren wir eigentlich nur in Bochum aktiv, jetzt geht es die ganze Rheinschiene rauf bis Emmerich“, erzählt Thomas Strätker.

Im August 2016 könnte Schiemann in Rente gehen, aber er möchte bis Jahresende bleiben. „Warum sollte ich denn im Sommer gehen, wenn gerade viel Arbeit da ist?“ Doch auch nach seiner Pensionierung möchte er weiter im Betrieb aktiv sein, etwa auf 400 Euro-Basis. „So bleibt man in Bewegung. Ich könnte nicht den ganzen Tag nur zu Hause rumsitzen. Gerade wenn man sein Leben lang gearbeitet hat, ist das schwer – und ich habe immer gern gearbeitet.“