Mahnwache für den Frieden
19.01.2009 | 14:54 Uhr 2009-01-19T14:54:00+0100Friedensplenum: Kritik an Israelis und Palästinensern
Erstmals gingen gestern in Bochum Menschen auf die Straße, die sowohl Israel als auch die Hamas wegen des Gaza-Krieges kritisieren.
Doch die paar Dutzend Aktiven des Bochumer Friedensplenum hatten keinen leichten Stand: Zum einen war in der Nacht zuvor die Waffenruhe beschlossen worden, dazu kam das mehr als ungemütliche Wetter mit Regen, Kälte und Sturm. Die Passanten hasteten vorbei, die Schirme tief vors Gesicht gestemmt.
„Wir haben uns schon im Vorfeld ohnmächtig gefühlt. Leute, die für keine Seite Partei ergreifen, sind in der Minderheit”, sagt Martin Budich vom Friedensplenum, und zielt damit auch auf die Pro-Palästina-Demo am Samstag, an der Tausende von Menschen teilgenommen haben.
Die Friedensaktivisten trugen gestern also keine Fahnen, sondern bildeten mit jedem einzelnen Teilnehmer in Silben in der Fußgängerzone den Spruch „Schluss mit dem Krieg – Frieden für Palästinenser und Israelis!”, aktuell ergänzt um den Zusatz: „Die Waffenruhe bedeutet noch keinen Frieden”. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina schwele schon seit Jahrzehnten, immer wieder habe es zwischendurch Waffenruhe gegeben; Ziel sei aber ein endgültiger Stopp aller militärischen Handlungen.
Militarismus, so Budich, gelte als normal: „Wir rüsten immer weiter auf, obwohl ringsum nur Freunde sind.”
Hass, so meint er, würde eben eher Massen mobilisieren als die Friedensbewegung. „Natürlich könnten wir hier stehen und laut schreien, doch wir würden damit nicht die Leute erreichen, die es anginge.” Ohnehin engagierten sich nur wenige junge Leute in der Friedensbewegung; der überwiegende Teil des Bochumer Plenums sei älter. Der 58-jährige Budich selbst, der schon als „Urgestein” bezeichnet wurde, ist seit 30 Jahren dabei.
„Es gibt eine Empörung gegen Gewalt”, versicherte Bianca Schmolze von der medizinischen Flüchtlingshilfe. Sie verteilte während der Mahnwache Flugblätter und trotzte dem Sturm: „Junge Leute sind schon interessiert. Aber die meisten sind froh, wenn sie ins Warme kommen. Da ist wenig Gelegenheit für Diskussionen.”

15:35
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15:27
Äääh... Haben wir denn nicht selbst schon genug Probleme?:-x Nichts gegen die Demos... um Himmels Willen. Aber wir haben hier soviele Sorgen, Steuersünder in der Regierung und und und... Ich glaube nicht, dass bei uns der Frieden noch lange gewahrt bleiben wird. :-(