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Luftblasen schützen Schweinswale

13.02.2012 | 17:45 Uhr
Luftblasen schützen Schweinswale
Ein „großer Blasenschleier“ soll die Wale im Bereich des Trianel Windparks Borkum vor Hörschäden schützen.

Bochum/Borkum.   Vor der ostfriesischen Küste entsteht derzeit ein Windpark, an dem die Stadtwerke beteiligt sind. Darunter sollen die Meeresbewohner nicht leiden: Erstmals in Deutschland soll ein „großer Blasenschleier“ beim Bau helfen, die Wale vor Hörschäden zu schützen

60 Kilometer vor der ostfriesischen Küste entsteht derzeit der Trianel Windpark Borkum , an dem die Stadtwerke als Anteilseigner beteiligt sind. Und trotz der schwierigen Wetterlage würde der Zeit- und Kostenplan weiterhin eingehalten, so versichern es die Stadtwerke .

Fünf Monate nach Baubeginn seien mittlerweile 26 der insgesamt 40 Gründungsstrukturen in den Meeresboden gerammt worden. Das Problem: Solche Baumaßnahmen verursachen unter Wasser eine Menge Lärm und setzen vor allem den Walen erheblich zu. „Erstmals in Deutschland wurde deshalb erfolgreich ein Unterwasserschallschutz eingesetzt“, so Stadtwerke-Sprecher Thomas Schönberg. Und das freut die Meeressäuger: Ein sogenannter „großer Blasenschleier“ aus Luftblasen soll dabei helfen, die streng geschützten Schweinswale in der Nordsee vor Hörschäden zu schützen.

"Jedes einzelne Tier muss geschützt werden"

Etwa 50.000 Schweinswale würden derzeit in der deutschen Nordsee leben. Auf dem 56 Quadratkilometer großen Gelände des Trianel Windparks schätzen Biologen die Population auf 50 bis 100 Wale. „Jedes einzelne Tier muss geschützt werden“, meint Elmar Große Ruse vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Solange noch kein schonenderes Verfahren zur Gründung der Windräder auf See etabliert ist, muss technischer Schallschutz wie etwa ein großer Blasenschleier ab sofort Standard sein.“

„Vorbildlich gehandelt“

Trianel und NABU stellten ihre ersten Ergebnisse zum Schallschutz jetzt vor. Das Fazit der Umweltschützer: „Die Energiewende bringt ernstzunehmende Eingriffe in die Natur mit sich“, so Elmar Große Ruse. „Für den NABU gilt es, die Auswirkungen auf bedrohte und geschützte Tierarten auf ein Minimum zu reduzieren.“ Dabei sei es nicht selbstverständlich, dass Energieversorger beim Umweltschutz voran gehen: „Hier haben die am Trianel Windpark beteiligten Stadtwerke vorbildlich gehandelt“, lobt Elmar Große Ruse.

Dazu Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke: „Die Offshore-Genehmigungen schreiben die Einhaltung von Lärmschutzrichtwerten vor.“ Leider gebe es bislang keine Technologie, die die vorgeschriebenen Werte sicher stelle. „Mit dem großen Blasenschleier scheinen wir aber einen guten Weg zum Schallschutz gefunden zu haben.“

Sven Westernströer

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