Literaturszene gratuliert Friedrich Grotjahn zum 80.

2013 veröffnetlichte Friedrich Grotjahn sein Buch „Ein Grab in Casablanca“.
2013 veröffnetlichte Friedrich Grotjahn sein Buch „Ein Grab in Casablanca“.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der studierte Theologe und Autor zählt seit Jahren zu den profiliertesten Schreibern in Bochum.

Bochum.. Grotjahn wurde in Hary (Niedersachsen) geboren und war nach dem Studium der Theologie in verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern tätig, u.a. als Studentenpfarrer in Braunschweig und als Gemeindepfarrer in Salzgitter. Bis 1998 war er Lehrbeauftragter für Kreatives Schreiben an der Ev. Fachhochschule Bochum.

Grotjahn veröffentlicht seit 1991 regelmäßig, entsprechend groß ist sein Oeuvre: Bislang sind etwa 200 Funk-Features für verschiedene Sender zu Themen aus Kultur, Religion, Kirche (zusammen mit Anna Barbara Hagin: „Interviews mit biblischen Gestalten“) erschienen, sowie mehrere Erzählbände.

Konfrontation mit der Geschichte

Ein wiederkehrendes Thema in seiner Prosa ist die Erinnerung an die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts und die Schicksale, die sie hervorgebracht hat. Seine 2002 erschienene Erzählung „Eine Gerechte“ etwa beschreibt, was seine Stiefmutter 1943 bis 1945 erlebt hatte. Sie hatte ein jüdisches Mädchen in ihrem Haus versteckt bis der Krieg vorbei war.

Literarischer Spiel- und Gedankenraum

Grotjahns humanistische Position ist mitfühlend, aber immer auch geprägt von analytisch-dokumentarischer Klarheit. Aus (zwangsläufig) unscharf gewordenen Erinnerungen und durch den Filter des Schriftstellers werden Texte destilliert, die den Leser mit harten Fakten konfrontieren und doch immer auch einen literarischen Spiel- und Gedankenraum frei halten.

Seinen Geburtstag verbringt der Jubilar im Familienkreis.