Kirche
Zwischen Himmel und Erde
22.01.2010 | 14:30 Uhr 2010-01-22T14:30:00+0100
Hochseilgarten-Projekt in der Heimkehrer-Dankeskirche erfreut sich bereits am Eröffnungstag Hochkonjunktur.
Weitmar. Außergewöhnliche Wege in der Jugendpastoral geht die Pfarrei St. Franziskus. In der Heimkehrer-Dankeskirche ist dazu bis zum 21. März der Hochseil-Klettergarten „Zwischen Himmel und Erde” installiert.
„Ich freue mich, dass sich Gemeinde und Pfarrei darauf eingelassen hat, Neues auszuprobieren”, betonte Pastoralreferent Andreas Strüder bei der Eröffnung des Projektes am 17. Januar, das der Heimkehrer-Dankeskirche aktuell ein ganz neues Gesicht verleiht. Ohne bauliche Veränderungen und mit Zustimmung der städtischen Behörden wurde ein mobiles Klettergerüst mit den Maßen 6x9x10 Meter errichtet. Für die selbst tragende Konstruktion wurde ein Teil der Sitzbänke ausgelagert, was in der Gemeinde nicht überall auf Zustimmung stieß. Aber mit Unterstützung der Pfarrei, des Bistums Essen und des BDKJ-Stadtverbandes Bochum & Wattenscheid wurde nun der Startschuss für den zweimonatigen Kletterspaß gegeben.
„Neue Blickwinkel und Zugangsformen zum Glauben” erhofft sich Pfarrer Norbert Humberg vom „Kletter-Erlebnis mit Spirit”. Mit Stadtjugendseelsorger Mathias Feldmann lud Humberg bei der Eröffnungsmesse nicht nur junge Gemeindemitglieder ein, sich darauf einzulassen. Dies war im Vorfeld nicht allen Gläubigen leicht gefallen, obwohl das Wanderprojekt zuvor in Oberhausen und Gelsenkirchen bereits alle Bedenken obsolet hatte wirken lassen.
Das außergewöhnliche Projekt wurde von der katholischen Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen als neue Form der Jugendpastoral entwickelt. Allein beim vorherigen Standort in Gelsenkirchen nahmen rund 1 200 Personen teil. Von dort brachte Lothar Jeckel nun auch das Gipfelkreuz mit nach Weitmar. Denn alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre Erfahrungen „zwischen Himmel und Erde” im Buch unter dem Kreuz aufzuschreiben – egal, ob man als Einzelkletterer oder in einer Gruppe unterwegs ist. Einige Parcourstellen wie die „Flying Bridge” können aber nur gemeinsam bewältigt werden. Während der ganzen Zeit sind alle Teilnehmer gesichert. Daher nutzen viele Gemeindemitglieder zwischen 12 und 62 am Eröffnungstag die Chance, neue Perspektiven in der illuminierten Kirche zu entdecken .
„Positive Erfahrungen vermitteln” und Jugendlichen „neue Zugangsformen zu Kirche ermöglichen”, beschreibt Gemeindereferent Florian Rommert die Ziele des Projektes, welches sich vor allem an Schulklassen, Vereine und Jugendgruppen richtet und sie Teamwork, Selbsterfahrung und Spiritualität erleben lassen soll.
Als Standort wurde bewusst die Heimkehrer-Dankeskirche ausgewählt, wo unter dem Namen „Lichtblick” das jugendpastorale Zentrum der Pfarrei St. Franziskus eingerichtet wurde. Mit Begleitung durch Jugendreferent Stephan Hill sollen dort durch Jugendarbeit und Friedensprojekte neue Perspektiven für Gemeinde und Kirche eröffnet, sowie die Erinnerung an die Heimkehrer (bedeutende Krypta im Keller der Kirche) wach gehalten werden. „Wenn man über die Hängebrücke läuft, läuft man auf Jesu Christus am Kreuz zu”, beschreibt ein Jugendlicher seine Eindrücke. Auch die Heimkehrer seien auf der Suche nach Heimat und Gottes Schutz gewesen. Daher soll das Projekt, welches Teil der „spirituellen Kulturtankstellen” des Bistums Essen ist, des Weiteren auch zur Generationen-Verständigung beitragen.
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