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Unterschiede im Detail

28.05.2010 | 15:36 Uhr
Unterschiede im Detail

Dahlhausen. Nächste Station des Interreligiösen Dialogs der IFAK in der evangelischen Lutherkirche

Nach dem Besuch der Sultan-Ahmet-Moschee wurde mit großer Beteiligung der interreligiöse Dialog der IFAK fortgesetzt. Pfarrer Ingo Menzler war diesmal der Gastgeber für die Evangelische Kirchengemeinde Dahlhausen und begrüßte evangelische, katholische Christen und Muslime, darunter auch Hoça Ridvan Korkut.

Der Geist der Gemeinsamkeit, aber auch Unterschiede der Religionen standen im Mittelpunkt des Treffens mit anschließender reger Diskussion. Für die Muslime war es besonders interessant, Unterschiede zwischen der Evangelischen und Katholischen Kirche zu erfahren. Dazu gehörte auch der Ablauf der Gottesdienste, die bauliche Gestaltung der Kirchen, sowie die Arbeit der Kirchengemeinde. Pfarrer Menzler ging ausführlich auf diese Themen ein und erläuterte beim anschließenden Rundgang die Besonderheiten der Innenausstattung der Lutherkirche.

Die Grundsteinlegung der unter Denkmalschutz stehenden Evangelischen Kirche war 1911, die Einweihung am 10. November 1912. Das 100-jährige Jubiläum wird also 2012 gebührend gefeiert. Selten, dass eine Kirche noch so im Originalzustand erhalten geblieben ist. Leider wurde die kostbare Bibel von 1912 gestohlen, sie war ein Geschenk der Kaiserin. Das Besondere der neugotischen Kirche besteht in der Einheit der Gruppierung von Altar, Kanzel und der darüber befindlichen Orgel. Der 54 Meter hohe Glockenturm wird mit einem Hahn gekrönt, außergewöhnlich für eine evangelische Kirche. Drei Glocken sind vorhanden. Noch vor 25 Jahren wurde auch bei Beerdigungen geläutet. Wenn um 19 Uhr die Glocke erklang, hieß das für Kinder nach Hause zu gehen. Heute wird das mit dem Handy erledigt.

Pfarrer Menzel gab auch Hinweise über Personal, Finanzen und zukünftige Entwicklungen. Vor 30 Jahren gab es noch 6 500 Kirchenmitglieder, jetzt noch 4 700. Zwei Pfarrer sind noch im Amt. 2011 tritt Pfarrer Heinrich Schlitte in den Ruhestand. Noch ist ungewiss, ob die Stelle dann neu besetzt wird. Durch die geringen Einnahmen kann es auch zu einer Zusammenlegung der örtlichen Kirchengemeinden kommen. Denkbar wäre eine Verbindung zur Evangelischen Kirche Linden, denn so einen Zusammenschluss hat es früher schon einmal gegeben. 1980 gab es noch 25 Angestellte, jetzt arbeiten drei Frauen ehrenamtlich in der Gemeinde. Zehn Frauen und Männer gehören dem Presbyterium an, die ab 18 Jahre gewählt werden. Zu den Aufgaben der Gemeinde gehören Kinder-Jugendarbeit, Kindergottesdienste, Taufe, Trauungen, Beerdigungen, Musizierkreis, Tischtennis.

Barbara Weighardt-Berndt von der IFAK bedankte sich für die Gastfreundschaft, die mit Kuchen und Kaffee im Gemeindehaus endete. Sie hob hervor, dass auch dieses Treffen dazu beigetragen habe, Verständnis und Toleranz zu stärken. Selbst bei Unterschieden in den Religionen gebe es sehr viele Gemeinsamkeiten. Besonderer Dank galt Hafize Çakar, die als Übersetzerin fungierte. Ohne ihren unermütlichen Einsatz wäre der Interreligiöse Dialog nicht zustande gekommen. Im Oktober ist der Dialog mit der jüdischen Gemeinde geplant.

Gert Hille

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