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Linden Dahlhausen

Treffpunkt der Kulturen

12.10.2009 | 16:23 Uhr

Erstes Konzert im Bahnhof Dahlhausen unter neuem Betreiber ein Achtungserfolg mit intuitiv geprägter Weltmusik.

Wolfgang Reimers

Dahlhausen. Mit warmen Melodieströmen und sich gegenseitig umspielenden Klangteppichen verwandelte sich die Eingangshalle des Bahnhofs Dahlhausen in einen verzauberten Ort. Immer wieder trafen sich konzentrierte Blicke, Musikinstrumente wechselten ihre Spieler und produzierten virtuose, flirrend-sphärische Musik, der sich keiner der Anwesenden entziehen konnte.

„One World Station” heißt das ambitionierte Projekt, den Bahnhof in ein gemeinnütziges, multi-kulturelles Zentrum zu verwandeln. Das erstklassige Weltmusikkonzert mit namhaften Künstlern bildete nun den Auftakt für eine ganze Reihe geplanter Tätigkeiten und Veranstaltungen. Bisher mit dem Standort BOLA in Essen zieht die Gruppe Prokulturgut.net aus Kreativen, Lehrenden und Künstlern nun nach Bochum und bietet jetzt schon zahlreiche Kurse und Workshops an.

Über Musik, Tanz, Theater und Kunst bieten die engagierten Mitglieder Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit sich zu bilden, kreativ oder einfach beisammen zu sein.

„Die 5 Kontinente” lautet das Motto unter dem der Bahnhof als begehbare und bewohnbare Installation gestaltet werden soll. So arbeiten Menschen aus allen fünf Kontinenten an der Renovierung und künstlerischen Gestaltung. Verschiedene Elemente und Themen der jeweiligen Kontinente werden kombiniert und mittels Geräuschen, Musik, Videoprojektionen und Gerüchen in den Räumen des Bahnhofs erlebbar gemacht. Wer Lust hat mitzumachen kann sich auf der Internetseite www.prokulturgut.net informieren.

Auch die Freude am freien, sich gegenseitig inspirierenden Spiel muss gelernt sein. Dazu bieten bald zahlreiche Musiksessions und Workshops die Gelegenheit für alle interessierten Musiker, sich zu beteiligen. Eine zentrale Figur dabei ist der indische Lehrmeister Dinesh Mishra, der auch schon für Bollywoods Filmfabrik Musik einspielte. Mittels seines Konzeptes der „intuitiven Musik” lehrt er europäisch geprägten Musikern „sich frei zu spielen” und aus dem Bauch heraus zu improvisieren. Dies beherrschten die fünf Musiker mit ihren sehr gemischten, exotischen Instrumenten an diesem Abend meisterhaft. Gud Zeng, Didgeridoo, Tabla und Obertongesang waren nur einige der exotischen Klänge, mit denen die Musiker Vadim Laktionov, Gunnar Nesterov, Tobias Bülow, Tansen und Rechungpa Reinhard Kreckel ihr Publikum in den Bann zogen. Eine großartige Mischung aus Jazz, Klassik, Weltmusik und Improvisation.

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