Das aktuelle Wetter Bochum 1°C

Linden Dahlhausen

Spielerisch zurück in die Zukunft

18.11.2009 | 14:39 Uhr

Der Brückenschlag zwischen den Generationen gelingt auch beim 8. Bochumer Spieletag im Matthäushaus.

Wicho Herrmann

Weitmar. „Wir haben damals auf der Straße und auf großen Wiesen gespielt”, erinnerte sich Karl-Heinz Masbaum. Der 81-jährige kam eigentlich gemeinsam mit Tochter Marie zum 8. Bochumer Spieletag ins Matthäus-Gemeindehaus, um Anregungen für das Spielen mit seinem Enkelkind zu bekommen. Die beiden probierten deshalb unter anderem das Legespiel „Tantrix” aus und besuchten einen Spielearbeitskreis rund ums „Märchenspielen”. „Das Märchenspielen hinter einer Leinwand mit einer Taschenlampe fand ich spannend und dabei einfach zu machen,” nahm Masbaum eine der Anregungen von der Märchenwerkstatt auf. Gleichzeitig waren da auch seine Erinnerungen an die Kindheit in Marl: „Vor allem spielten wir Fußball. Straßenspiele wie Räuber und Gendarm fand ich auch toll, wenn wir bei Wind und Wetter draußen waren.”

Einfach und wirksam: Schattenspiele mit Taschenlampe und Leinwand. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Das Motto des Spieletages „Spielen - Brücke zwischen den Generationen” kam damit Masbaum gerade recht. Spielpädagoge Alan Lambeth-Williams nahm die Thematik zudem auf, indem er zwei Arbeitskreise zu „Spiele zurück in die Zukunft” anbot. Dabei ging es darum, alte Spiele zu erleben, um sie dann neu zu entdecken. Etwa das Murmelspiel. Ein Angebot war dabei, farbige Murmeln so auf eine Eierplatte zu werfen, dass eine Dreier- oder Viererreihe dabei herauskam. 28 Mitspieler fanden sich schnell.

Wolfgang Bort von der Spielewerkstatt Rhynozeros bot die Märchenwerkstatt „Märchen verbinden” an. Die zehn Teilnehmer probierten sich dabei an den Bremer Stadtmusikanten aus. Dazu bauten sie Figuren, entwickelten die Geschichte und Geräusche, um sie am Ende vorzuspielen. Bort fragte dabei die teilnehmenden Erwachsenen auch danach, was sie in ihrer Kindheit gespielt haben, um dann auf moderne Techniken der Umsetzung einzugehen.

Für Kinder gab es ein Angebot für Gruppen- und Bewegungsspiele. Die Jugendlichen Katharina und Karolin Vogelsang und Dörte Vormberg veranstalteten dazu unter anderem Fallschirmspiele im Jugendkeller. Die Zehnjährige Anna Beiske war außerdem sehr angetan vom Spiel „Pizza backen”.

Die meisten der insgesamt rund 300 Besucher vergnügten sich jedoch beim Ausprobieren von Brett- und Kartenspielen. Zeitweilig waren deshalb sämtliche der rund 30 Doppeltische im Saal belegt. Dabei saßen Großeltern, Eltern und ihre Kinder ebenso zusammen wie Cliquen von Jugendlichen. Spannende Spiele waren dabei beispielsweise „Geistertreppe”, „Make'n Break”, „Dominion” oder auch das Prominentenraten bei „Times up”. Aktive vom Spieleclub Hippodice, der seinen Sitz im Kulturbahnhof Langendreer hat, unterstützten die Spieler als Erklärer.

Wilfried Maier vom Jugendpfarramt, der den Spieletag organisierte, war deshalb sehr zufrieden mit dem Ablauf. Kooperationspartner waren die Volkshochschule, der Spielclub Hippodice und die evangelischen Ortsgemeinde.

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2120630/create

Umfrage

Der Rat der Stadt hat sich gegen verkaufsoffene Sonntage in Bochum ausgesprochen. Was halten Sie davon?

 
Neueste Aktivität
Aus dem Ressort
Medaillenregen für Karateka in Dortmund
Kampfsport
Fünf Mal Gold, vier Mal Silber und vier Mal Bronze bei der Bezirksmeisterschaft für das Sportzentrum
Energischer Appell für das Südbad
Freizeit
Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde wurde eine Schließung vehement abgelehnt