Sanierungsstau und Personalnot
12.01.2011 | 13:32 Uhr 2011-01-12T13:32:00+0100
Südwest. Ruhrbischof Dr. Franz Josef Overbeck beim Antrittsbesuch in der Pfarrei St. Franziskus: „Nicht nur klagend zuschauen“
Der neue Essener Bischof Dr. Fanz Josef Overbeck hatte sich für das erste Amtsjahr ein Ziel gesetzt. Er wollte alle 43 Pfarreien seines Bistums persönlich kennen lernen. Jetzt war er in St. Franziskus. Da standen innerhalb einer Woche Begegnungen mit dem Pastoralrat und den Leitern aller kirchlichen Einrichtungen, dem Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand und ein feierliches Pontifikalamt mit den Mitgliedern aller Gemeinden an. Er ließ sich über die Situation in den Gemeinden und ihren Einrichtungen unterrichten und brachte auch seine persönlichen Vorstellungen und Sorgen zum Ausdruck.
So wird der zunehmende Priestermangel durch Alter, Krankheit und weniger Kandidaten dazu führen, dass das Personalkonzept in den Pfarreien noch einmal überdacht werden muss. In priesterfreien Gemeinden wird man nicht mehr immer Eucharistie feiern können und stärker auf die Feier von Gottesdiensten übergehen müssen, bis hin zum Hausgottesdienst. Pfarrer Norbert Humberg ist dankbar, dass in St. Franziskus schon sechs Gemeindereferentinnen und -referenten, ein Pastoralreferent und zwei Diakone wesentliche Aufgaben übernommen haben.
Auch die finanzielle Situation im Bistum wird sich aus Sicht des Bischofs nicht verbessern. Bei den Immobilien hat sich ein großer Sanierungsstau gebildet.
Der Bischof suchte intensiv die Begegnung mit den ehrenamtlich Engagierten, den Verantwortungsträgern in den katholischen Einrichtungen und den pastoralen Mitarbeitern. Dabei, so Pfarrer Norbert Humberg, habe er darum gebeten, nicht nur klagend zuschauen, dass wir immer weniger werden, sondern bewusst das Verbindende zu sehen, bereit zu sein, sich gegenseitig zu akzeptieren, ernst zu nehmen und mit Toleranz zu begegnen.
Der Bischof habe auch auf die Bedeutung der Vernetzung in der Erwachsenenkatechese hingewiesen und den Gedanken, Jugendlichen positive Erfahrungen mit der Kirche zu ermöglichen. Es gehe in den Gemeinden um das Miteinander von Jung und Alt, unterschiedlichen Menschen sowie Haupt- und Ehrenamtlichen. Aber die Jugendarbeit bleibe im Bistum ein Schwerpunkt. Wer mit und an der Jugend arbeite, müsse bereit sein, die Wandlungen jugendlicher Selbstdarstellung immer neu zur Kenntnis zu nehmen und sich ernsthaft mit den Jugendlichen auseinanderzusetzen.
Dem Bischof war es ein Anliegen, auch der Heimkehrer-Dankeskirche einen Besuch abzustatten. Der Gründungsgedanke von August Halbe, gegen die Gewalt und für Frieden und Freiheit von dieser Stätte aus einzustehen, soll erhalten bleiben.
Overbeck hat daher Pfarrer i.R. Theo Schwens, der zurzeit noch in Gelsenkirchen wohnt, beauftragt, sich verantwortlich um diese Kirche zu kümmern. Pfarrer Humberg wies darauf hin, dass sich durch das Team im „Jugendpastoralen Zentrum Lichtblick“ gerade dort Kirche auch für die Jugend öffnet und alle Menschen einlädt.
Das festliche Pontifikalamt – mitgestaltet von den Musikern und Sängern von St. Franziskus- war der gelungene liturgische Abschluss des Bischofsbesuches.

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