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Ruine zieht die Blicke auf sich

17.09.2008 | 15:55 Uhr

Reste des Hauses Weitmar im Schlosspark standen beim Tag des offenen Denkmals im Zentrum des Besucherinteresses. Gräfte könnte wieder geflutet werden

Etwas Hoffnung für den Erhalt der abgesperrten und abgestützten Schlossruine macht das ungewöhnliche Projekt des unterirdischen Museums zur Erweiterung der "Situation Kunst", erfuhren die Besucher des Denkmal-Tages. Foto: WAZ, HaCl

Südwest. Genau so werden es sich die Organisatoren gewünscht haben: Strahlend blauer Himmel und spätsommerliche Temperaturen sorgten für einen regen Zuspruch am Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr unter dem Motto: "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" stand.

An der einzigen Station im Bochumer Südwesten wurden die kulturinteressierten Besucher am Eingang des Schlossparks von Tobias Steinhoff, einem Studierenden der Kunstgeschichte empfangen. Gleich zur ersten von drei Führungen hatten sich 20 Interessierte eingefunden.

Einigen fiel sofort auf, dass das schmiedeeiserne Haupttor neben dem Pförtnerhaus an der Hattinger Straße fehlte. "Das Tor wird derzeit überarbeitet und erst wieder eingehängt, wenn die Bodenarbeiten neben dem Pförtnerhaus abgeschlossen sind", konnte Steinhoff aufklären.

Dann ging es über die so genannte Hauptachse des Parks, dem Weg von der Hattinger Straße in Richtung Schlossruine. Die Besucher wurden auf den uralten und unter Landschaftsschutz stehenden Baumbestand aufmerksam gemacht. "Der älteste Baum Bochums, eine fast 300 Jahre alte Süntelbuche fiel im Jahr 2000 einer Brandstiftung zum Opfer", verwies der Kunststudent auf einen Baumstumpf neben der Ruine.

Für den Park selbst standen seinerzeit die englischen Gärten Pate. Viele, sich kreuzende Wege mit Bänken als Ruhepunkte laden den Bürger zum Entspannen ein. Das Hauptinteresse der Besucher galt natürlich der Zukunft der Ruine des Hauses Weitmar. Nach wie vor darf die Ruine nicht betreten werden, Gitter versperren den Weg in das alte Gemäuer. Vor einiger Zeit sind noch zwei wuchtige hölzerne Stützpfeiler hinzugekommen, die eine umsturzgefährdete Außenwand sichern.

Am 13. Mai 1943 wurde das Haus Weitmar von einer Fliegerbombe getroffen. Seitdem schreitet der Verfall voran. Dass sich in naher Zukunft etwas ändern kann, konnte Steinhoff zwar nicht versprechen. Er machte aber den Besuchern Mut. "Derzeit gibt es Pläne, dass aus der alten Ruine ein Museum oder Kongresszentrum der Ruhr-Universität wird. Zuvor werden noch statische und archäologische Untersuchungen angestellt", verriet der Student.

Es wird daran gedacht, Gemälde unterirdisch auszustellen, die durch Glasplatten, die auf den Gehwegen liegen, mit Tageslicht versorgt werden. Der Graben rund um das Haus Weitmar soll wie einst wieder mit Wasser gefüllt werden. Die Schlossruine könnte durch einen transparenten Baukörper abgestützt und dauerhaft gesichert werden. Die von Denkmalschützern diskutierte Variante, die Mauern durch Gabionenmatten und Metallstreben zu stützen, stieß in der politischen Beratung nicht auf Gegenliebe.

Um weitere Schäden zu verhindern, ist auch im Gespräch, den Park nur noch tagsüber zu öffnen und die Tore nachts zu schließen. HaCl


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