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Lindener haben neuen Freund gefunden

24.07.2012 | 16:25 Uhr
Lindener haben neuen Freund gefunden
Paul Masolo (im Bild mit Pia und Anne) zu Besuch in Linden. Foto:

Linden.  Paul Masolo aus Uganda war drei Wochen in der Liebfrauengemeinde – und hat Eindruck hinterlassen.

. Die Liebfrauengemeinde hatte ihn schon fest ins Herz geschlossen. Drei Wochen war der Leiter des Priesterseminars in Uganda, Dr. Paul Masolo, als Urlaubsvertretung in Linden. Die Gemeinde und vor allem die Kinder schwärmten: Masolo soll bei uns bleiben!

Pia und Anna formulierten es jetzt für alle auf ihre Art: „Er hat Sonne im Herzen, sein Lachen ist ansteckend und sein Gottvertrauen hat uns alle angesteckt. Er müsste bei uns bleiben.“

Aber jede Vertretung ist zeitlich begrenzt. Masolo wird in Kampala in seinem Priesterseminar zurückerwartet. Hier hat er ab September statt der bisherigen 165 dann 190 Seminarteilnehmer aus allen Diözesen zu betreuen, die sich alle auf das Priesteramt vorbereiten. Die werden fast alle in Uganda gebraucht, aber Paul Masolo kann sich auch vorstellen, dass sie für ein Jahr auch mal im Bistum Essen tätig sein können, um praktische Erfahrung in der Gemeindeseelsorge zu sammeln. Er selbst jedenfalls hat bereits seinen nächsten Sommerurlaub für Linden fest zugesagt.

„Die Ausbildung von 190 Priesteramtskandidaten verlangt von mir viel Verantwortung und kostet auch Geld“, meint Masolo. „Für ein Semester je Kandidat benötigen wir 300 Euro. Wenn der Bischof in Uganda das nicht bezahlen kann, müssen die Kandidaten das Geld selbst aufbringen. Das schaffen die meisten natürlich nicht. Ich bin dringend auf Spenden angewiesen.“

In Liebfrauen hat er sein Anliegen bereits mit großem Verständnis vortragen können. Die Kolpingsfamilie hatte ohnehin schon zwei Patenschaften pro Jahr übernommen. Weitere Vereine werden folgen. Am Samstag und Sonntag predigt Paul Masolo in allen Gottesdiensten, um sein Anliegen vorzutragen. Es ist eine Sonderkollekte für ihn geplant. Und das Gemeindebüro nimmt in den großen Ferien Spenden an jedem Vormittag entgegen.

Monatliche Spende nach Uganda

Doch die Unterstützung für ihn und sein Seminar soll kontinuierlich weiter aufgebaut werden. Die Verbindung zu Kampala soll intensiv gepflegt werden. Ein Infoaustausch mit dem Gemeinderat ist angesagt. Die ganze Gemeinde soll angesprochen werden und sich an den Patenschaften beteiligen. Dabei geht es nicht nur um Einmalzahlungen, sondern um kleinere Beträge, die monatlich gespendet werden können.

Christian Rauer formuliert es für den Gemeinderat so: „Die Priesterausbildung ist nicht nur für Afrika eine ganz wichtige Aufgabe, sondern auch für uns. Hier finden wir vielleicht in Zukunft auch das, was wir jetzt so dringend in Linden suchen, weil Kirche in Europa immer kleiner wird und Afrika uns in Zukunft helfen könnte, unser Glaubensleben zu erhalten und zu gestalten.“

Aber zunächst muss Uganda für sich sorgen.

Uganda: Ein Priestersorgt für 20 000 Gläubige

In Uganda, so erzählt es Paul Masolo, sei jeder Priester für rund 20 000 Gläubige zuständig. „Wir müssen Kirchen und Priesterwohnungen schaffen und eine Infrastruktur aufbauen.“ Die lebendige Kirchengemeinde in Bochum-Linden habe den Priester ermutigt, „dass wir das schaffen.“

Gisbert Frömgen


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