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Kurzer Weg durch fünf Kontinente

30.10.2009 | 16:26 Uhr
Kurzer Weg durch fünf Kontinente

Schule der Künste gestaltet unansehnlichen Tunnel zu den S-Bahnsteigen am Bahnhof Dahlhausen mit viel Unterstützung.

Dahlhausen. Durch fünf Kontinente führt der schnelle Weg von Dahlhausen zu den Nachbarstädten wie Hattingen und Essen. Dabei erleben Reisende und Berufspendler neben Landschaften, Himmel, Sonne, Eis und Meer auch Menschen, Tiere und Kulturen im Vorbeigehen.

Viele große und kleine Hände hatten in den vergangenen zwei Wochen daran mitgewirkt, den Zugangstunnel zu den Bahnsteigen der S 3 zum Kurztrip von Europa nach Afrika, Amerika, und Asien bis zum Südpol zu gestalten.

Die Idee zu diesem Projekt hatte der Geschäftsführer und Lehrer an der Schule der Künste, Rechungpa, Reinhard Kreckel von ProKulturgutNet. Nach der Ersteigerung des Bahnhofsgebäudes und dem Auftakt der Veranstaltungsreihen haben sich die neuen Betreiber mit der Verschönerung ihres Umfelds befasst. Dass sie dabei nicht nur bei der Dahlhauser Bevölkerung auf offene Ohren stießen, zeigte die Unterstützung der Deutschen Bahn AG, die Kreckel grünes Licht für sein Projekt „Fünf Kontinente” gab.

Kindergärten, Schulklassen, Vereine, Organisationen und freischaffende Künstler, waren zu Beginn der Herbstferien aufgerufen, sich aktiv bei diesem Projekt mit einzubringen. Während die Vorarbeiten, wie das Ausbessern schadhafter Putzstellen und das Grundieren der beschmierten Wände in Himmelblau anliefen, machten sich die Gestalter schon Gedanken über die Umsetzung.

Zu den ersten Gruppen zählte die IFAK. Unter Federführung von Carla Müller verzauberten sie den Zugang zur Unterführung mit lebensgroßen Menschen und Tieren der verschiedenen Erdteile. Unten hatten die Kinder der Tagesstätte Lummerland sich ihren Platz gesichert und begonnen Sonnenstrahlen zu einem großen Regenbogen zu fächern. Über Jürgen Kotbusch vom städtischen Jugendamt konnten auch Sprayer wie „Crown” für die Neugestaltung der Bahnsteigzugänge gewonnen werden. Nach dem die Graffiti-Kultur Anfang der achtziger Jahre von New York auch München erreicht hatte, zog sie ihn in ihren Bann. Heute gehört er der Künstlergruppe „LA' KLEX” an und ist Mitglied des Ausbildungsinstituts für bildende Kunst und Kunsttherapie (ibkk) in Wattenscheid an der Lohrheidestraße. Dort hat er auch die Lindener Kunstschaffende Martinique Briefs kennengelernt, die zusammen mit Koordinator Alexander Birakis von ProKulturgutNet immer für den Nachschub wie Pinsel und Fassadenfarbe sorgte und das Projekt begleitete.

Finanzielle Unterstützung erhielten sie dabei von Reisenden, die von der Aktion begeistert waren und teilweise sich die Wartezeit verkürzten, indem sie selber zum Pinsel griffen. Bedankt hatten sich die Veranstalter mit Getränken und frisch geröstetem Popcorn und wer Interesse hatte, konnte nach langer Zeit wieder einmal den alten Weg durch die geöffnete Durchgangstür zum Bahnhofsgebäude nehmen. So endet dann wohl auch in Zukunft die Zugfahrt öfters am Ende des Wegs durch die Kulturen der Erdteile in der „One World Station”. tag

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Kommentare
01.02.2010
01:22
Kurzer Weg durch fünf Kontinente
von Yoki | #1

wow - endlich mal eine gute bürgeraktion und die bahn macht mit.
und die schule der künste hat es sogar geschafft, die ansonsten manchmal auch destruktiv handelnden sprayer zu integrieren und sie an einem völkerverständigenden thema: one world station zu beteiligen. - meine hochachtung
das sollte vielleicht eine anregung für alle verkommenen stationen im ruhrgebiet werden - es gibt da ja noch viel zu tun, um die kulturhauptstadt im verkehrswesen attraktiv ztu gestalten - das kann ja nicht nur der hauptbahnhofsbereich bleiben.
viel erfolg in zukunft

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