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Kein Zwang zum Stillsitzen

06.02.2012 | 12:29 Uhr
Kein Zwang zum Stillsitzen
Mit den Pulten wird insgesamt konzentrierter gearbeitet.

Dahlhausen.  In zwei Jahrgangsstufen sammelt die Theodor-Körner-Schule positive Erfahrungen mit Unterricht an Stehpulten

In den Klassenräumen der Jahrgangsstufen 5 und 6 der Theodor-Körner-Schule können nun auch an Stehpulten arbeiten. Das von Unterstufenkoordinatorin Annette Schulze Lohoff angeregte Projekt konnte aufgrund großzügiger Spenden verwirklicht werden, für deren Sammlung sich vor allem der Vorsitzende der Fachschaft Sport, Matthias Dreier, unermüdlich eingesetzt hatte.

„Darf ich mal zum Papierkorb gehen?“ Schüler stellen eine Frage wie diese vor allem, um sich während des Unterrichts etwas Bewegung zu verschaffen, damit sie sich danach wieder besser konzentrieren können. Durch die Schulzeitverkürzung und den Einzug der modernen Medien ins Kinderzimmer verbringen sie immer mehr Zeit in sitzender Haltung. In der Schule leiden sie daher besonders unter dem ständigen „Zwang“ zum Stillsitzen.

Seit vielen Jahren weiß man aber, dass eine veränderte Haltung oder das Aufstehen zwischendurch die Konzentration und Lernbereitschaft positiv beeinflussen. Deshalb setzte sich die Theodor-Körner-Schule, der die individuelle Förderung von Kindern und die Verbesserung der Rahmenbedingungen von Schule ein besonderes Anliegen sind, für die Anschaffung der Stehpulte ein.

Etwa zwei bis drei Pulte pro Klasse ermöglichen den Schülern nun, den Unterricht im Stehen statt im Sitzen zu verfolgen. Dabei sprechen sie mit dem Fachlehrer ab, wer wann und wie lange an die Stehpulte gehen darf. Die Höhe der Stehpulte und die Neigung der Arbeitsfläche lassen sich von jedem Schüler anpassen. Zu den Stehpulten gehören Fußkissen, die ohne Schuhe betreten werden. Sie entlasten den Rücken und motivieren zum aktiven Stehen. Dadurch wird der Kopf frei, der Körper entspannt sich, das Kind kann dem Unterricht besser folgen.

„Bewegungsfreudige“ Kinder sind seitdem ruhiger; insgesamt wird in den Klassen konzentrierter gearbeitet und weniger gestört. Das bestätigen auch die Schüler der Klasse 6c: „Auf dem Stuhl hat man nach einer Weile Rückenschmerzen“, „Das Stehen am Pult ist entspannend, wenn man lange auf einem Stuhl gesessen hat“, „Zehn Minuten am Stehpult sind supertoll“. Eine Schülerin sagte: Ich bin froh, dass unsere Schule sich so einen Luxus leisten kann; das hat nicht jede.“

Schon seit einiger Zeit können Schüler der Theodor-Körner-Schule ihren Stuhl auch mit einem luftgefüllten Sitzkissen ausstatten. Dieses ermöglicht ein dynamisches Sitzen, das einseitigen Belastungen der Wirbelsäule vorbeugt. Es fördert die Durchblutung der Muskulatur und erhöht das Wohlbefinden. Dadurch verbessert sich die Konzentrationsfähigkeit, aktives Lernen wird möglich.

Auch in höheren Klassen soll es demnächst die Pulte geben, denn auch ältere Schüler leiden unter Rückenschmerzen, Bewegungsmangel und Konzentrationsschwächen.

Der Dank der TKS geht vor allem an die großzügigen Sponsoren des Projekts, an die beiden engagierten Kollegen und die Schweizer Firma Novex, die die Pulte geliefert hat.

Stadtteilredaktion

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