Gemeinsam unterwegs
26.11.2008 | 15:21 Uhr 2008-11-26T15:21:00+0100Projekt „Losgehen.Ankommen” mündet in eine vielbeachtete Ausstellung in der Bahnhofshalle.
Von Gert Hille
Dahlhausen. Die multikulturelle, generationsübergreifende Ausstellung der IFAK unter dem Motto „Losgehen.Ankommen” wurde unter großer Beteiligung im Bahnhof Dahlhausen eröffnet. Jugendliche und Senioren haben dazu gemeinsam mit dem Team des IFAK-Stadtteilzentrums Ideen entwickelt, um wichtige Lebensabschnitte, aber auch Zukunftspläne und Wünsche darzustellen.
Die 13 Teilnehmer, sechs Jugendliche und sieben Senioren, waren in Lebensgröße durch Figuren „präsent” und hatten jeweils einen Koffer gefüllt mit Dingen, die ihr Leben geprägt haben. Lebensläufe und Fotos veranschaulichten die Lebensgeschichten. Die Idee mit den Koffern passte vorzüglich zum Ausstellungsort und zum Thema „Losgehen.Ankommen”. Kommen und kamen doch viele Menschen am Bahnhof an, von Nah und Fern, aus Deutschland und dem Ausland, mit Habseligkeiten im Koffer - und fanden in Dahlhausen eine neue Heimat. So war es folgerichtig, dass auch die türkische Sprache bei den Darbietungen zu hören war.
Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, auch als Patin anwesend, lobte nach einem Rundgang die hohe Qualität der Ausstellung und das damit verbundene Ziel: „Mehr voneinander zu erfahren, was man vorher nicht gewusst hat, sich besser kennen zu lernen und Erfahrungen weiter zu geben, den demographischen Wandel mit dieser Ausstellung greifbar zu machen”.
Das gemeinsame Wirken der Generationen habe hier einen sichtbaren Erfolg gebracht, betonte Scholz und wünschte sich weitere Veranstaltungen im alten Bahnhof. Friederike Müller, Leiterin des IFAK-Stadtteilzentrums, verwies auf die enge Zusammenarbeit mit der Stiftung Wohlfahrtspflege, berichtete über den tatkräftigen Einsatz und die Mithilfe der Beteiligten. Viele Ideen zur Ausstellungsgestaltung seien während der Vorbereitung entstanden. Ein besonderer Dank galt den Schülern und Lehrern der Hugo-Schultz-Realschule, aber auch allen am Projekt Beteiligten. So hatten Barbara Weighardt-Berndt (Organisation, Biographiearbeit) und Wolfgang Grubert (Medien, Fotos) gute Vorarbeit geleistet. Stellvertretend für die übrigen Jugendlichen und Senioren äußerten sich Christoph Hansdorf (14) und Waltraud Sjamken (66 Jahre) positiv über ihre Mitarbeit am Projekt. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Friedhelm Nentwig würdigte die große Leistung, nahm Bezug auf den historischen Bahnhof, wünschte der Ausstellung viele Besucher und überreichte der IFAK ein Buch mit sechs markanten Fotos von Gebäuden, darunter auch der Bahnhof und das Eisenbahnmuseum.
Besonders beeindruckte die Theatergruppe unter Leitung von Isabel Sandig mit selbsterarbeiteten Themen wie „Momente am Bahnhof”, „Im Leben angekommen”, „Blick ins Wohnzimmer”, „Trennung von Mutter und Tochter”, „Gemeinsames Ankommen in Bochum”.
Seit dem Stadtteilkonzert der Symphoniker gab's nicht mehr so einen vollbesetzten Bahnhof wie zur Ausstellungseröffnung. Da die Sitzplätze nicht ausreichten, standen die Besucher dichtgedrängt in der Halle und spendeten Beifall.

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