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Ende einer Ära

07.07.2012 | 15:53 Uhr
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Ende einer Ära
Pastor Detlef Kuhn von der Liebfrauen Gemeinde in Bochum Linden verabschiedet sich. Foto: Frömgen

Linden.  Nach 19 Jahren verabschiedet sich Pastor Detlef Kuhn von der Liebfrauen-Kirche und hinterlässt eine große Lücke. Die Gemeinde macht sich Sorgen.

Seit Anfang des Jahres war es bekannt: Pastor Detlef Kuhn hatte den Bischof gebeten, ihn zum 31. Juli aus Altersgründen von seinem Dienst als Pastor in Liebfrauen Linden zu entbinden.

Bevor er am 9. Juli seinen dreiwöchigen Urlaub antritt, will die Gemeinde mit ihm und Pfarrer Norbert Humberg am Samstag, 7. Juli, 17 Uhr, auf dem Kirchplatz mit allen Chören einen festlichen Gottesdienst feiern. Im Anschluss daran haben alle die Gelegenheit, ihm im Gemeindezentrum für 19 prägende Jahre Dank zu sagen.

Große Abschiedsreden mag er nicht. Das entspricht nicht seiner Art. Die Vorsitzende des Gemeinderates, Angelika Krampe, hat es treffend zusammengefasst: „Mit viel Liebe, Herzlichkeit, Humor und Ideenreichtum hat uns Pastor Kuhn fast 19 Jahre begleitet. Mit ihm wurde Glaube lebendig spürbar.“ Und der ehemalige Subsidiar Dr. Dr. Elmar Nass stellt fest: „In Zeiten des Priestermangels treffen wir leider immer seltener auf solch besondere Menschen.“

Es geht um ein Stück Kirchenzukunft

Wie geht es weiter? Liebfrauen ist auch im Rahmen der neuen Großpfarrei eine Gemeinde, die seit 155 Jahre den Glauben lebendig gestaltet. Es geht hier um ein Stück Kirchenzukunft. Deshalb dürfte eine lange Vakanz nur schwer zu ertragen sein. Zunächst sollte man dankbar sein, dass Pfarrer Norbert Humberg dies erkannt hat und sich selbst verantwortlich in das Lindener Gemeindeleben mit einbringen will.

Doch eine Dauerlösung ist das nicht. In Liebfrauen geht es um die Fortsetzung des Weges, auf dem Detlef Kuhn wesentliche Zeichen gesetzt hat. Er hat eine kooperative Seelsorge entwickelt, die von jedem, der mitmachen will, die Bereitschaft erfordert, sich in der Gemeinde mit den eigenen Möglichkeiten einzubringen. Pastor Kuhn hat gespürt, dass angesichts der vielfältigen Probleme, die sich heute den Christen stellen, pastorale Arbeit nicht mehr in einer Hand liegen kann. Er hatte erkannt, dass Gott dem einzelnen Menschen verschiedene Gaben schenkt.

Besondere Verdienste

Durch die Verwirklichung der eigenen Begabung nehmen die einzelnen Mitglieder einer Gemeinde ihre Berufung zum gemeinsamen Priestertum wahr. Zusammen mit dem besonderen Priestertum realisieren sie den priesterlichen Dienst der Kirche und prägen das Leben in einer Gemeinde. Auf diesem Wege waren, nein, sind die katholischen Christen in Linden. Dies ist der besondere Verdienst von Pastor Detlef Kuhn, den er im stetigen Dialog mit den Gläubigen in Liebfrauen entwickelt hat. Und so muss es weiter gehen.

Der Wille der Gemeinde, im Sinne von Detlef Kuhn das Leben in der Liebfrauenkirche weiter zu gestalten, ist da. Aber dafür braucht es eine ähnlich starke Persönlichkeit. Das muss dem Bistum – und hier dem Personaldezernenten – immer wieder gesagt werden. Sonst kann man auch die Zukunft einer Großpfarrei vergessen.

Was jetzt geschieht, war nicht der Sinn ihrer Gründung. Da steht auch ein Pfarrer wie Norbert Humberg auf Sicht vor Problemen. Man soll ihm dafür nicht die Verantwortung zuschieben, was heute schon oft fälschlich geschieht.

Die Liebfrauengemeinde gibt Pastor Detlef Kuhn für sein weiteres priesterliches Leben alle guten Wünsche mit auf den Weg. Und die Gemeinde drückt es so aus: „Auch im Ruhestand wird er seinem Beruf und seiner Sendung immer verbunden bleiben.“

Gisbert Frömgen

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