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Eklat erschüttert den SPD-Stadtbezirk Südwest

08.05.2009 | 17:18 Uhr

Südwest. Bei der Delegiertenkonferenz des SPD-Stadtbezirkes kam es zum Eklat: Nachdem die Mehrheit aus den Ortsvereinen Weitmar-Mitte und Linden ihren Kandidaten Marc Alexander Ulrich zum Stadtbezirks-Vorsitzenden gewählt hatte, verließen die Delegierten aus Dahlhausen und Weitmar-Mark den Saal.

Diejenigen, die sich unter Protest aus der Versammlung in der Mensa der Matthias-Claudius-Schule verabschiedeten, hatten für Helmut Börger gestimmt, den bisherigen Amtsinhaber. Prompt folgte das Bemühen um Schadensbegrenzung nach außen angesichts einer drohenden Handlungsunfähigkeit und Spaltung im Wahljahr 2009.

So beschreibt der neue Vorstand die Ablösung als „Generationenwechsel in der Führung”, schickt allerdings auch gleich hinterher, Börger sei in den sechs Jahren als Stadtbezirksvorsitzender verdient und geschätzt gewesen. Die Delegierten hätten sich aber deutlich für einen Richtungswechsel in der Arbeit entschieden. Silvia Wilske (Schriftführerin), die auch im Unterbezirksvorstand sitzt, werde der neue Vorstand eng an die Gremien der Sozialdemokraten und die Ratsfraktion angebunden. Führungsmitglieder aus Dahlhausen und Weitmar-Mark - bis auf Ulrich selber - gibt es damit aktuell nicht.

Helmut Börger gab sich recht entspannt und will die so gewonnene Zeit der Arbeit als Ortsvereinsvorsitzender zukommen lassen. Er kritisiert weniger das Ergebnis („auch das ist Demokratie”) als das Verfahren, seinen Gegenkanditaten regelrecht durchzudrücken: „Da bleibt ein bitterer Beigeschmack.” Die Suche nach einem dritten und für die beiden Richtungen kompromissfähigen Kandidaten, der Amt und Arbeit auch hätte übernehmen können, verlief offenbar ergebnislos.

Zurzeit ist die Zusammenarbeit im Stadtbezirk jedenfalls zumindest vorläufig unterbrochen. Nun müsse man zusehen, die vier Ortsvereinsvorsitzenden wieder an einen Tisch zu bekommen, um die Arbeit weitergehen zu lassen. Erleichtert zeigt sich Börger darüber, dass wenigstens im Januar die Kandidatenkür für Rat und Bezirk einvernehmlich gelaufen sei und so die politische Arbeit der Fraktion im Stadtteilparlament deutlich unterstützt werde, vor allem aber auch das Ansehen von Doris Erdmann, amtierende Bezirksbürgermeisterin und Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl, nicht beschädigt wurde. Mit Norbert Konegen genoss auch der Fraktionsvorsitzende im Januar noch das Vertrauen der Delegierten und wurde auf Platz drei gesetzt. Beide sind aus Dahlhausen, dazwischen wurde als Kompromiss allerdings als Neuling Dirk Marten aus Weitmar-Mitte platziert.

Fast beschwörend klingt nun die Pressemitteilung des 29-jährigen Marc Alexander Ulrich, die Südwest-SPD werde als starke Partei in die Wahlkämpfe gehen, und dann: „Aber auch intern werden wir viel dafür tun, dass die SPD eine politisch lebendige Partei ist. Stark sind wir nur als Einheit der Demokraten. Unser Schlüssel zum Erfolg liegt im Miteinander für ein gemeinsames Ziel. Für unsere sozialdemokratischen Werte kämpfen wir Seite an Seite - gerade in Zeiten der Krise.”

Der Jurist (rechts auf dem Foto, daneben Helmut Börger und Versammlungsleiter Dr. Peter Reinirkens) ist seit acht Jahren im Stadtbezirksvorstand, war drei Jahre im Unterbezirksvorstand, ist nun bald zehn Jahre Bezirksvertreter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er war als Gegenkandidat von Thomas Eiskirch für die Landtagswahl gescheitert. Uli Kolmann

Kommentare
15.05.2009
14:25
Eklat erschüttert den SPD-Stadtbezirk Südwest
von Der vom Sattelgut | #6

Mulder, wo bist Du ?

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