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Ein unbequemer Streiter

30.05.2012 | 19:03 Uhr
Ein unbequemer Streiter
Rainer Büenfeld ist gestorben. Foto: privat

Dahlhausen.  Nicht unerwartet, aber doch für viele überraschend ist der bekannte Seelsorger und Pädagoge Rainer Büenfeld nur zehn Tage vor Vollendung seines 85. Lebensjahres verstorben.

In Oberdahlhausen, Dahlhausen und Linden war er durch sein langjähriges Wirken im schulischen und kirchlichen Dienst ein Mann, der vor allem das Leben junger Menschen entscheidend mit geprägt hat. Der gebürtige Hagener wurde 1952 in Paderborn zum Priester geweiht. Von 1956 bis 1959 war er Religionslehrer in Wattenscheid. Bereits 1959 trat er seine Tätigkeit als Gymnasiallehrer am Theodor-Körner-Gymnasium an. Religion, Philosophie und Geschichte waren seine Hauptfächer. 1990 ging er in den Ruhestand.

Dankbar erinnert Schulleiter Bernhard Arens daran, dass er auch später den Kontakt zur TKS immer gehalten hat – auch als passionierter Doppelkopfspieler im Kreis seiner Kollegen.

Neben seiner schulischen Tätigkeit war er in der Gemeinde St. Engelbert bis 2004 als Subsidiar tätig. Hier feierte er 1977 auch sein Silbernes Priesterjubiläum. Und hier unterstützte er die Pfarrer Heinrich Wunsch und Wolfgang Rambo und später Pastor Martin Stais bis 2010 und zuletzt die Gemeindereferentin Maria Waldner mit seinem priesterlichen Dienst.

Er hat Spuren hinterlassen

Er war gefragt bei Vertretungen, kirchlichen Feiern ehemaliger Schüler und sogar bei der Taufe ihrer Kinder. Noch bis wenige Wochen vor seinem Tod feierte er sonntags in der Kapelle des Helios St. Josefs-Hospitals die Eucharistie.

Büenfeld hat mit seinem Wirken als Theologe und Pädagoge Akzente gesetzt und Spuren hinterlassen. Dass er bei den Schülern beliebt war, haben viele Ehemalige durch große Anhänglichkeit bewiesen, die über Jahre Bestand hatte und die zu priesterlichem Rat und echter Freundschaft führte. Er war kein stromlinienförmiger Mensch, sondern ein immer gesuchter Gesprächspartner, der auch andere Meinungen akzeptierte. Aber er war in seiner Haltung prinzipientreu, der richtig befundene Dinge ohne Rücksicht auf eigene Vor- oder Nachteile verfolgte.

Um der Wahrheit wilen

Gelegentlich war er deshalb nicht leicht zu nehmen. Aber er scheute keinen Streit um der Wahrheit willen. „Gegen Fakten lässt sich nicht argumentieren,“ pflegte der Lehrer und Priester stets zu sagen, wenn er mit profilierter Konsequenz seinen Standpunkt und die kirchliche Sache vertrat. So erklärt sich auch seine Faszination auf junge Menschen. „Er war“, so sein Kollege Albert Schaffmeister, „ein hilfsbereiter Kollege und Lehrer, wenn er echte Not, geistig und materiell erkannte.“

Sein Einsatz galt auch den Aufgaben der Kirche weltweit. Viele Reisen führten ihn zu Missionsstationen in Krisengebieten. Er wollte sich selbst ein Bild von der Not der Menschen machen. Hier war Unterstützung angesagt, die er oft mit seinem Freund, dem Paderborner Erzbischof Joachim Degenhardt, besprach. Seine Diavorträge über die von ihm bereisten Länder waren immer gefragt.

Seine Freunde werden sich an eine markante Persönlichkeit erinnern, an einen oft unbequemen, intellektuellen Streiter aus tiefer Überzeugung.

Zu einer Totenvesper lädt die Gemeinde St. Engelbert am heutigen Donnerstag, 31. Mai, 18 Uhr, ein. Am Freitag, 1. Juni, 10 Uhr, findet ein feierliches Requiem in St. Engelbert statt. Um 12 Uhr erfolgt die Beisetzung auf der Priestergruft des Kommunalfriedhofes Im Berge.

Gisbert Frömgen


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