Ein besonders taktvoller Auftritt
23.01.2012 | 13:25 Uhr 2012-01-23T13:25:00+0100
Dahlhausen. Umjubeltes Konzert von „Elbtonal Percussion“ im Jubiläumsfestival der Lutherkirche mit 300 Besuchern
Im Festivaljahr der Lutherkirche gab es einen musikalischen Höhepunkt, als am Sonntag die Formation „Elbtonal Percussion“ ihren fantastischen Auftritt hatte. Die vier virtuosen Schlagwerker aus Hamburg, Jan-Frederick Behrend, Wolfgang Rummel, Andrej Kauffmann und Stephan Krause, beherrschten ihre allein schon optisch auffallenden Instrumente (Trommeln, Becken, Gongs, Marimbu und Vibraphone) meisterhaft. Sie gehören zu den Besten, die es in diesem Musikgenre weltweit gibt.
Die Bandbreite ihres Könnens ist groß und reicht von Klassik, Jazz, Weltmusik, Neuer Musik bis Rock und Drum ’n’ Bass. Auftritte hatten sie in ganz Europa, Asien, Japan, China. In NRW spielten sie in Düsseldorf, Kleve, Borken, Lünen, Sauerland und nun zum ersten Mal in Bochum. Presbyter Theo Ubbens hatte sie während eines Aufenthaltes auf der Insel Föhr kennen gelernt und als Festival-Organisator in die Lutherkirche geholt.
Von der atemberaubenden Klangfülle profitierten die gut 300 Besucher in der Lutherkirche. Jung und Alt waren vertreten und lauschten der unkonventionellen Musik. Die Zuhörer kamen nicht nur aus Bochum, auch aus den Nachbarstädten. So wünschte sich die Lehrerin Jutta Kilger aus Dortmund ihren Schülern, die sich für Schlagzeug interessieren, dass sie sich unbedingt „Elbtonal“ anhören sollten.
Pfarrer Andreas Menzel hatte bereits bei seiner Begrüßung auf die „treffsicheren Musiker aus Hamburg und deren imposanten Aufbau“ verwiesen. So bot sich auch das immer abwechslungsreiche Instrumentarium und die virtuosen Klänge, dazu passend die Farbgestaltung der 100 Jahre alten Kirche. Nicht nur musikalisch war es eine Weltreise, auch die vielen unterschiedlichen Instrumente kamen aus vielen Ländern, wie Afrika, Asien, Südamerika.
Die „Elbtonal“-Musiker verrieten auch, dass sie die asiatische Trommelkultur von Mönchen gelernt hätten und erklärten die Herstellung und die Handhabung der vielen Instrumente. Eine Zuhörerin früherer Konzerte meinte, dass Trommeln aus therapeutischen Gründen erfolge. Zum Klassiker gehörte die Intonation, den Lärm von drei Hubschraubern durch drei Trommler hörbar zu gestalten. So verwandelten sich die „Elbtonal“-Musiker zu Piloten und zum Flugpersonal.
1996 hatten sich die vier Musiker in der Musikhochschule Hamburg kennen gelernt und in den Semesterferien ihren ersten Auftritt, berichtete Andrej Kaufmann. Da sie kein „Tariforchester“ sind, haben sie auch keine festen Probezeiten. Alle Musiker sind „Enddreißiger“, geben zum Teil Schlagzeugunterricht oder wirken im Kleinkunst-Theater mit. Einen Teil ihrer Einnahmen aus dem Konzert, auch vom Verkauf ihrer CD, spendeten sie für die weitere Sanierung der Lutherkirche. Theo Ubbens bat die Besucher um eine Spende, um davon die innere Bausubstanz der Kirche zu erneuern. Die erzielte Spendenhöhe war diesmal besonders stattlich.
Beim Gitarrenkonzert Ende 2011 war es durch die damals ausgefallene Heizung recht kühl. Mit Spenden konnte die Heizung inzwischen repariert werden und so profitierten die Besucher jetzt schon davon. Als Zugabe traten die Musiker als Köche auf, die sich mit Kochlöffeln und Rührbesen „taktvoll“ verabschiedeten. Mit tosendem Beifall und „Fußtrommeln“ bewiesen die Zuhörer ihr musikalisches Talent, als Ausdruck ihrer Begeisterung für diese einmalige gelungene Darbietung. Musiker und Besucher hoben Ambiente und die gute Akustik der Kirche besonders hervor. „Elbtonal“ möchte auch wiederkommen, denn sie treten gerne in Kirchen auf. So besteht die Hoffnung auf eine Wiederholung dieses experimentellen „Klanglabors“.

0mitdiskutieren