Der Spaß bleibt im Vordergrund
27.10.2010 | 14:49 Uhr 2010-10-27T14:49:00+0200
Dahlhausen. Spielmanns- und Fanfarenzüge im Matthias-Claudius-Haus im lautstarken Wettstreit
Nichts ging mehr an der Keilstraße, als die Spielmannszüge zum Wettstreit ins Matthias-Claudius-Haus zogen. Trotz einer Party am Vorabend beim Titelverteidiger, dem Fanfarenzug der Ruhrlandbühne, schafften es die Gäste aus Beckum, das Nonstop-Programm pünktlich um 11 Uhr zu eröffnen.
Warm gespielt hatte sich bereits schon die Dahlhauser Truppe unter dem Taktstock von Daniel Komorowski, als der Moderator und Leiter des Fanfarenzugs, Dirk Schmieder, pünktlich um 13 Uhr die Preisrichter der Interessengemeinschaft Bochumer Spielmanns-, Fanfaren- und Musikzüge an den Start rief. Fünf der acht Mitgliedsvereine gaben danach ihr Bestes um den begehrten Wanderpokal, den einst die Bezirksvertretung Bochum-Nord gespendet hatte, mit nach Hause nehmen zu können. Jeweils zwei Titel präsentierten dann der Spielmannszug der Gänsereiter Höntrop, die Trompetenklänge Kornharpen, der Fanfarenzug Blau-Weiß Bochum-Hamme, der Fanfarenzug Harpen und der Fanfarenzug der Ruhrlandbühne. Mit strengen Mienen achteten die Jurymitglieder dabei auf die musikalische Leistung, Dynamik, optische Darbietung und Disziplin.
Lampenfieber oder Hemmungen hatte vor dem Auftritt jedoch keiner und selbst die jüngsten Musikanten sagten noch vor dem Einmarsch in den festlich geschmückten Veranstaltungssaal ganz offen „Für uns zählt einfach dabei zu sein und der Spaß an der Musik, die wir spielen”. Dieser Meinung war auch das zahlreiche Publikum, das zum eintrittfreien Event erschienen war und ununterbrochen Zugaben forderte.
Doch die Zeit war begrenzt und während sich die Kandidaten eine Verschnaufpause bis zum zweiten Wertungsdurchlauf gönnten, ertönten klanggewaltig die Vorträge des Spielmannszugs der Mai-abendgesellschaft, der Bochumer Landsknechte und der Abordnungen aus Hattingen, Herne, Hamm-Rhynern, Beckum und Burgaltendorf.
Die Spannung stieg nicht nur bei den Zuschauern als der zweite Durchgang begann. Hatten die Einen kleine Patzer wieder wettgemacht, probierten es die Anderen mit einer neuen Musikstilrichtung. Die Tanzgarden im Vordergrund wedelten dazu mit Pompoms oder dem Tambourstock. Doch lag das Augenmerk der Juroren nur auf den Leistungen der Musiker.
Kurz vor dem großen Finale, dem feierlichen Zapfenstreich den die Vereine gemeinsam einstudiert hatten, hieß es dann für die Kopf an Kopf liegenden Züge aus Kornharpen und Höntrop noch einmal auf die Bühne.
Letztlich gewann dann der Spielmannszug der Gänsereiter aus Höntrop den musikalischen Wettkampf, erstmalig in seiner Geschichte. Während die Sieger noch glücklich alle in zwei Jahren zur Gänsereiterhalle an die Höntroper Straße einluden, war der Gastgeber bereits mit dem Abbau beschäftigt.

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