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Der Kalif verzaubert Weitmar

26.06.2012 | 11:44 Uhr
Der Kalif verzaubert Weitmar
„Das Zauberwort“ im Pfarrheim St. Franziskus in Weitmar. Foto: Gero Helm.

Südwest.  Gleich drei Kinderchöre haben sich zusammen geschlossen, um das berühmte Singspiel vom „Kalif Storch“ aufzuführen. Riesen Jubel in der St.-Franziskus-Gemeinde

Vor über 100 Jahren hat Wilhelm Hauff sein Märchen vom „Kalif Storch“ geschrieben – und ebenso lange ist es her, dass Josef Rheinberger daraus für die jugendliche Welt das spannende orientalische Singspiel „Das Zauberwort“ schuf. Beide sind bis heute unvergessen. Vor allem Kantor Siegfried Kühbacher kann sich gut erinnern. Denn vor seiner Lindener Zeit war er von 1992 bis 2002 Leiter des bekannten Essen-Steeler Kinder- und Jugendchores, und während dieser Zeit wurde das Singspiel mehrfach in Steele, Kettwig und auch in Linden aufgeführt.

Jetzt wurde es wieder lebendig. Die aktiven und beliebten Kinderchöre von St. Franziskus Weitmar, St. Engelbert Dahlhausen und Liebfrauen Linden unter der Leitung von Helmut Leo, Alfons Bartling und Siegfried Kühbacher hatten sich über neun Monate zu vielen Proben zusammen geschlossen, um das musikalische Projekt in Linden, Weitmar und Querenburg auf die Bühne zu bringen.

Natürlich waren auch die helfenden Eltern dabei. Da musste oft viel Mut vermittelt werden und auch bei den späteren Kostümproben und beim Schminken war ihre Hilfe immer wieder gefragt. Den Rollen entsprechend musste ja alles zueinander passen, auch das orientalische bunte Bühnenbild.

Vor rund einer Woche gab es in der Liebfrauen-Gemeinde bereits die gefeierte Premiere. Am vergangenen Sonntag folgte in St. Franziskus in Weitmar im proppenvollen Pfarrsaal die zweite Aufführung.

Ein tolles Erlebnis

Für über 50 begeisterte junge Sänger war es ein tolles Erlebnis. Sogar acht kleine Vorschulkinder aus dem Liebfrauenkindergarten waren mit Begeisterung dabei. Die Spannung bei den Kleinen war spürbar. Vor großem Publikum darf halt nichts schief gehen. Denn alle Augen sind auf die kleinen Akteure gerichtet. Aber alles klappte wunderbar. Dafür sorgten Helmut Leo am Klavier und Siegfried Kühbacher als Dirigent. Neben dem begeistert mitgehenden (Bühnen-)Volk spielten der Kalif von Bagdad (Kathrin), der Großwesir (Julia), der Krämer Kaschnur (Pia), der Gelehrte Selim (Jonas) und die verzauberte Nachteule Lusa (Lea) ihre Rollen bravourös unter den den Augen der mehr als 200 Besucher.

Der Kalif ersteht die mysteriöse Dose mit dem schwarzen Pulver und einem Papier darin vom Krämer Kaschnur. Mit der geheimnisvollen Schrift weiß er nichts anzufangen. Aber Selim, der Gelehrte kann es: „Wer das Pulver schnupft und das Zauberwort ‘Mu-ta-bor‘ spricht, kann sich in jedes beliebige Tier verwandeln und die Sprache der Tiere verstehen.“ Der Kalif und der Großwesir wollen Störche werden. Und dann standen sie auch schon mit langen roten Schnäbeln und ebenso langen Beinen auf der Bühne.

Musikalischer Wirbel

Doch was macht man, wenn man das Zauberwort für die Rückverwandlung vergessen hat? Da kann nur die in eine Nachteule verzauberte Prinzessin Lusa helfen...

So gab es musikalischen Wirbel auf der Bühne, dem Helmut Leo am Klavier eine ganz tolle Wirkung verlieh. Schon in der Pause hatten er und Siegfried Kühbacher für einen vierhändigen musikalischen Genuss gesorgt.

Ein besonderer Dank ging an Uta und Christian Rauer sowie an Kerstin und Markus Siepermann. Sie waren bei fast allen Proben dabei. Ohne sie hätte der Kalif wohl nicht den Weg von Bagdad nach St. Franziskus gefunden. Ähnliches hatte Pastor Detlef Kuhn schon bei der Premiere in Linden festgestellt. So wächst eine Großpfarrei zusammen.

Gisbert Frömgen


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