Bangen um die Kirchenmusik
29.08.2009 | 10:00 Uhr 2009-08-29T10:00:00+0200Chöre und Orchester in St. Franziskus sammeln Unterschriften gegen die drohende Kündigung von Kantor Helmut Leo.
Weitmar. Die Mitglieder von Kinder-, Jugend- und Kirchenchor sowie Pfarrorchester der ehemaligen St. Franziskus-Gemeinde, nun Teil der Großgemeinde, können es nicht begreifen: Ihrem musikalischen Leiter Helmut Leo, der seit zehn Jahren mit großem Erfolg und Zuspruch als Kantor der Gemeinde die musikalischen Aktivitäten ausgebaut hat, soll nun gekündigt werden. Die Gründe liegen, wie so oft, im finanziellen Bereich: Einsparungen treffen auch den Personalbereich der Gemeinde.
Die Zukunft sehen die Mitglieder daher nicht gerade rosig: „Helmut Leo ist nicht einfach austauschbar - eine Kündigung wäre das Ende des Kirchenchors.” meint Ulrich Kriegesmann. Vor allem das Orchester, mit sinfonischer Besetzung wohl einmalig im ganzen Bistum, mag sich die Folgen nicht ausmalen, schildert er als Vorsitzender: „Leo ist wegen seiner Befähigung, auch Instrumentalgruppen anzuleiten, vor zehn Jahren hier eingestellt worden - das soll nun plötzlich keine Rolle mehr spielen? Vielleicht nimmt man ja auch einfach das Ende des Orchesters nach 40 Jahren in Kauf.” Nora Wiegard, Vorsitzende des Kirchenchores, denkt vor allem an die pastorale Arbeit von Helmut Leo und seine Fähigkeit, auch Kinder für kirchliches Liedgut zu begeistern: „Der Priestermangel in unserer Gemeinde ist ja bekannt. Wie wichtig ist da die pastorale Arbeit gerade des Kirchenmusikers, der dem Pfarrer zur Seite stehen kann?”
Nach einer Fülle von Gesprächen, Protestbriefen und Versammlungen, in denen vor allem auch die soziale Kälte kritisiert wurde, mit der die Kirche als Arbeitgeber ihrem verdienten Beschäftigten begegnet, haben sich die Musikgruppen nun entschlossen, ihr Anliegen öffentlich zu machen: Mit einer Unterschriftenaktion haben sie beim Pfarrfest kürzlich Unterschriften als Protest gegen die Kündigung gesammelt. Viele Gemeindemitglieder und Besucher zeigten in Gesprächen die gleiche Mischung aus Überraschung und Empörung, die sie in den letzten Wochen umtreibt.

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