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Liechtenstein: Über 50 Mio Euro eingetrieben

12.05.2008 | 15:23 Uhr

Die Summe der nachgezahlten Steuerschulden an deutsche Finanzämter steigt stetig an

In der großen Liechtenstein-Affäre um Steuerbetrug mit Stiftungsmodellen hat die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum bisher mindestens rund 50 Millionen Euro an Steuernachzahlungen eingetrieben. Damit wuchs die Zahl zuletzt stetig an - und wird wohl noch viel weiter steigen.

50 Mio nachgezahlte Steuerschulden ist jedenfalls der Stand von vor drei Wochen, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek gestern auf WAZ-Anfrage. Jüngste Presseberichte in bundesweit erscheinenden Medien, denen zufolge bereits eine halbe oder gar eine ganze Milliarde Euro Steuernachzahlungen an deutsche Finanzämter geflossen seien, bestätigte Bienioßek nicht. "Wir beteiligen uns nicht an irgendwelchen Schätzungen und werden zu gegebener Zeit belegbare Zahlen mitteilen", sagte er der WAZ. Die von ihm allerdings bestätigten mindestens 50 Millionen Euro resultieren aus bisher rund 200 Selbstanzeigen von Steuersündern und aus den Fahndungserfolgen der Ermittler.

Seit Februar, als der inzwischen zurückgetretene Postchef Klaus Zumwinkel in seiner Villa in Köln verhaftet worden war, hat es rund 180 Durchsuchungen in Deutschland gegeben. Das Gesamtvolumen der in Liechtenstein versteckten Reichtümer von Anlegern aus Deutschland wird von der Staatsanwaltschaft auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Wegen der Vielzahl der noch zu ermittelnden Zahlen will die Staatsanwaltschaft frühestens ab kommenden August entscheiden, ob es in einzelnen Fällen zu Anklageerhebungen oder Strafbefehlen kommt, beziehungsweise welche Strafverfahren, gegebenenfalls gegen Bußgelder, eingestellt werden können.

Von Bernd Kiesewetter

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