Liebespaar züchtete Cannabis auf seinem Balkon

Die Blätter wogen insgesamt fast ein Kilo. Auch die Stängel sind mehr als ein Kilo schwer.
Die Blätter wogen insgesamt fast ein Kilo. Auch die Stängel sind mehr als ein Kilo schwer.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Wegen acht Cannabis-Pflanzen auf seinem Balkon ist ein Liebespaar aus Bochum zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die beiden hatten das Rauschgift ohne jedes Hilfsmittel einfach wachsen lassen.

Bochum.. Ein Liebespaar hatte auf dem Balkon seiner Bochumer Wohnung einen ganzen Sommer lang mehrere Cannabis-Pflanzen hochgezüchtet. Die 32-jährige Theater-Mitarbeiterin und der 36-jährige Betreuer wollten damit kein Geld verdienen, sondern sich selbst berauschen. Das klappte aber nicht, weil es vorher eine anonyme Anzeige gab. Die Strafe des Schöffengerichts: je acht Monate Haft auf Bewährung.

Die beiden wollen die Cannabis-Stängel von Bekannten geschenkt bekommen haben; von wem, sagten sie nicht. Dann steckten sie das Präsent in einen Blumentopf und haben, so eine Verteidigerin, „tatsächlich mal geguckt, was passiert“. Die ganze übliche Aufzuchttechnik (spezielle Lampen, Wärme, Dünger usw.) war gar nicht nötig. Die verbotenen Pflanzen, acht an der Zahl, gediehen auch so. „Man hat die Pflanzen auf den Balkon gestellt und wachsen lassen“, sagte Richter Werner Pattard im Urteil.

„Das ist schon der Wahnsinn, wie das zugenommen hat“

Nach der Anzeige war im vergangenen September die Polizei mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss angerückt und hatte die kleine Plantage abgeerntet. Die Blätter wogen insgesamt schon fast ein Kilo. Und die Stängel waren bereits mehr als ein Kilo schwer.

Cannabisanbau Das Entdeckungsrisiko war enorm hoch. Schließlich konnte die kleine Plantage von Nachbarn eingesehen werden. Aber das Pärchen hatte sich, so die Verteidigung, „keine Gedanken gemacht“. Man habe mit dem Eigenanbau vermeiden wollen, das Cannabis in einem kriminellen Umfeld kaufen zu müssen.

Die Angeklagte war nicht vorbestraft, ihr Verlobter aber schon: wegen Beleidigung, Sachbeschädigung (zweimal), Trunkenheit im Verkehr und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Der Verteidiger sagte, dass er immer mehr Fälle von Cannabis-Eigenanbau in seiner Kanzlei juristisch zu bearbeiten habe. „Das ist schon der Wahnsinn, wie das zugenommen hat.“