Das aktuelle Wetter Bochum 19°C
Bochum

LI Geiger.xml

14.04.2010 | 11:22 Uhr

Dahlhausen. Deutschlands wohl bekanntester Straßenmusiker, und das seit 30 Jahren, gastierte im Haus der Kulturen Ruhr, dem Bahnhof Dahlhausen. Der mittlerweilen 65 jährige Klaus der Geiger, bürgerlich Klaus von Wrochem, zeigte sein Können als virtuoser Geiger, Sänger und las aus seinem Buch Klaus der Geiger : „Wir kennen alle das Paradies“. Darin spiegelt sich auch seine Lebens-Biografie wieder. Als Orchestervirtuose, Komponist Neuer Musik, war er ebenso Musiker im Symphonie-Orchester San Diego, WDR-Rundfunk-Orchester, Siegerland-Orchester und Gürzenich-Orchester tätig. Stand gemeinsam mit BAB, den Höhnern und Jürgen Becker auf der Bühne. Der klassisch ausgebildete Geiger begleitete viele Bürgerproteste mit seinen politischen und gesellschaftlichen Liedern. Anfangs noch von der Polizei vertrieben, ist er heute gern gesehen bei klassischen Konzerten und Festivals. Er wurde zum Sprachrohr der Sorgen und Nöte der Verlierer im Wohlfahrtsstaat. Dazu passten die vorgetragenen Lieder: „Diese fiese Krise“, „Die Großen lässt man laufen“. Klaus von Wrochem, in Köln lebend, trat zum ersten Mal in Dahlhausen auf. Trotzdem war er hier kein Unbekannter. Besucher erinnerten sich an seinen Auftritt in der Bochumer Fußgängerzone, als er mit Studenten als Straßenmusiker im „MEK-Bochum“ (Mobiles Einsatz Kommando) vor ca. 30 Jahren auftrat. Aus dieser Zeit stammten dann auch die Lieder : „Vom brennenden Klavier“ und „Nacht in Deutschland“. Andere Besucher hatten Klaus von Wrochem während der Bahnfahrt von München kommend im Zug erkannt. Nicht verwunderlich, da er bekannte : „Dass meine Texte oft während meiner vielen Bahnreisen entstehen“. Aus seinem Buch „Wir kennen alle das Paradies“ erfuhren die zahlreich erschienenen Zuhörer die umfangreiche Sammlung seiner eindrucksvollen Liedtexte mit biografischem Hintergrund. Aber auch Texte aus der Ära Schröder, Kohl und Merkel gehörten dazu. Seine unverkennbare Neigung zur Geige kommentierte Klaus der Geiger : „Da ich nicht so gut lesen kann, spiele ich auch Geige“. Immerhin schrieb er über 1000 Lieder. Bei den vielen Texten war es verständlich, dass der Blick beim Gesang schon mal zum aufgeschlagenen Buch ging, um den Text zu erfassen. Seine Begründung Texte zu schreiben : „Im Alter wird man ordentlicher und arbeitet mit einem Verlag zusammen“. Klaus von Wrochem, ein „Alt 68-er“, der bis heute seine Überzeugung hautnah und aktuell zum Ausdruck brachte, erhielt viel Beifall und verlängerte seinen gelungenen Auftritt mit Zugaben. Zum Abschluss erklang das Lied : „Am Sonntag will mein Süßer mit mir wählen gehen“.

Fotos Gert Hille

8870, 8865, 8861 : Der bekannteste Straßenmusiker Klaus der Geiger, spielte, sang und las aus seinem Buch „Wir kennen alle das Paradies“ im paradiesischen Kulturbahnhof Dahlhausen.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3473880/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Fliegerbombe entschärft
Bildgalerie
Explosions Gefahr
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Festival der Kulturen
Bildgalerie
Ruhr International
Festumzug in Linden
Bildgalerie
Schützen
Aus dem Ressort
Rainer Einenkel dankt „Herbie“ für Solidarität
Krise bei Opel
In einem persönlich gehaltenen Brief dankt der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, Herbert Grönemeyer für seine Solidarität mit den Beschäftigten des Autobauers. Einenkel wörtlich:
Scharfe Kritik aus den Stadtteilen
Grundschul-Debatte
Während die Fraktionen sich noch auf die heutige, womöglich entscheidende Sitzung der Arbeitsgruppe zum Schulentwicklungsplan für die Grundschulen vorbereiteten, gab es deutliche Meinungsäußerungen aus den Stadtteilen.