Letzte Winterreise ist nichts für schwache Nerven

Wiemelhausen..  Von Oktober bis März veranstaltet der Förderverein des St.-Johannes-Stiftes literarisch-musikalische Abende. Dass es bei der Reihe „Winterreise“ hoch professionell zugeht, ist weithin bekannt; dass die Künstler zu Gunsten des Fördervereins auf ihre Gage verzichten, ebenfalls. So auch jetzt, als die letzte Station der laufenden Saison angefahren wurde: Die Musik präsentierte das Ensemble „Saitenwind“, eine Gruppe der Musikschule unter Leitung von Helga Wolfshöfer. Zehn Streichinstrumente erfüllten den Speisesaal des Alten- und Pflegeheimes an der Borgholzstraße mit warmem, harmonischem Klang.

Dann ging die Schauspielerin Maria Wolf ans Werk. Für den Abend hatte sie aus dem ersten Buch von Elke Heidenreich „Kolonien der Liebe“ die letzte Geschichte ausgewählt. Diese Geschichte hat es in sich, wie schon der Titel „Das Herz kaum größer als die Leichenfaust“ erahnen lässt. Entsprechend kündigte Maria Wolf harte Kost an. Doch mit ihrer Stimme gelang es Wolf, sowohl Spannung aufzubauen, als auch durch die Sanftheit der Interpretation die Härte des Textes zu konterkarieren. Inhaltlich geht es um eine Ehefrau, die auf einer Italienreise auf ihren Mann wartet. Sie schlendert über den Markt und wird enttäuscht. Sie nimmt sich das Leben, wird von ihrem Mann zu spät gefunden, der aber ohnehin nur angereist war, um seiner Frau das Ende der Ehe zu verkünden.

Karin Kuhl vom Förderverein schloss in ihren Dank an die Akteure des Abends auch das Haus Oekey und das Blumenhaus Herker mit ein. Das Restaurant sorgt seit vielen Jahren schon für die kulinarische Stärkung in der Pause, das Blumenhaus sorgte für die frühlingshafte Blumendekoration.