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„rent-a-guide“

Leipzig von der frivolen Seite

06.07.2012 | 07:00 Uhr
Leipzig von der frivolen Seite
Rent-a -Guide: Das gleichnamige Start-up-Unternehmen vermittelt übers Internet Stadtführungen und Touren weltweit. Im Bild zwei der drei Gründer, Florian Ziegler (links) und David Stächele.

Bochum. Wer Städtereisen bucht, bekommt einen ersten Eindruck durch eine Rundfahrt per Bus entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Schwieriger wird’s für Individualisten, die ihr Urlaubsziel mal ganz anders kennenlernen wollen – etwa über eine Kneipentour oder als Gast von Bewohnern verschiedener Vororte. Die Bochumer Gesellschaft „rent-a-guide“ hat sich auf solche Angebote spezialisiert.

Drei Gründer – die Geschwister Florian (32) und Sarah Ziegler (31) sowie David Stächele (30) – vermitteln übers Internet deutschsprachige Führungen und Touren weltweit. 1700 Angebote in 50 Ländern haben sie im Repertoire.

„Die Idee hatten wir 2009, als ich mit einem individuellen Guide sowohl Thailand als auch Istanbul kennenlernte und diese Art zu reisen ideal fand. Gestartet sind wir dann im Sommer 2010, damals mit 98 Touren“, sagt Florian Ziegler. Weil es solche Angebote im deutschsprachigen Raum bislang nicht gab, stürzte sich das Trio in die Geschäftsidee. Was folgte, waren mühevolle Recherchen und Kontakte knüpfen. „Wir wenden uns an Fremdenverkehrsämter, Gästeführer und Agenturen. Es ist nicht überall leicht, deutschsprachige lokale Guides zu finden.“

Weiterempfehlungsquote von 97 Prozent

Die Touren, die Touristen bei den Bochumern buchen können, kosten zwischen 4,50 Euro (Wattwanderung Norderney) und 800 Euro (Bootstour Stockholm). „Unsere Kunden sind Einzelreisende, Gruppen auf Betriebsausflug und viele Kreuzfahrtgäste, die bei den kurzen Landausflügen individuelle Führungen zu schätzen wissen.“

Da lässt sich Lissabon übers Essen kennenlernen, Leipzig zeigt sich bei einer Stadtführung von seiner frivolen Seite. St.Pauli präsentiert sich mit dem Kiez, und wer Prag besucht, erkundet die Stadt mit einem ausgiebigen Test ihrer Biersorten.

Natürlich können die Jungunternehmer nicht jeden Guide von Shanghai bis Mailand testen, dessen Leistungen sie anbieten. „Wir haben vorrangig in Deutschland Tourleiter gecheckt. Bei den übrigen verlassen wir uns auf Qualitätskontrollen: Verbandsmitgliedschaft, Auftreten und vor allem Kundenbewertung. Unsere Weiterempfehlungsquote liegt bei 97 Prozent“, sagt Florian Ziegler nicht ohne Stolz. Die Kunden buchen und zahlen beim Bochumer Unternehmen, und der lokale Guide bekommt sein Geld nach Tourende. So soll das Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert werden.

Bisher keine Touren durch Bochum

Pro Monat vermittelt „rent-a-guide“ heute bereits 1000 Gäste. Diese relativ rasche Erfolgsstory war möglich, weil sich die Bochumer Koop-Partner gesucht haben. „Auf der Seite Berlin.de und auch auf dem Kölner Stadtportal werden unsere Stadtführungen angeboten.“ Zudem arbeiten sie mit Reisebüroketten über Provision.

Ruhrgebiets-Touren gibt’s auch: Kinder entdecken das Duisburger Hüttenwerk für vier Euro, für 80 Euro kann man durch Mülheim streifen. Nur Bochum ist bislang nicht dabei. „Wir haben es versucht. Bochum Marketing , bei uns für die Organisation von Touren zuständig, tut sich ein wenig schwer. Alle wollen den Ruhrgebiets-Tourismus ankurbeln, doch dazu müssten alle an einem Strang ziehen.“ Die Marketingleute in Leipzig zeigen da weitaus weniger Scheu: Sie bieten ihre Tourismus-Führungen über die Bochumer an.

Sabine Vogt


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