Lehrer appellieren nach tödlichem Unglück an Bahn-Chef Grube

Der Unglücksort, links oben der Strommast. Das Foto entstand kurz nach dem Unglück.
Der Unglücksort, links oben der Strommast. Das Foto entstand kurz nach dem Unglück.
Was wir bereits wissen
Nach einem tödlichen Unglück an einer Bahntrasse wenden sich Lehrer und Schüler der Goetheschule in einem Offenen Brief an Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Bochum..  Nach dem tödlichen Unglück eines Goethe-Schülers an der Bahntrasse über der Kortum-straße haben Lehrer und Schüler einen Offenen Brief an Bahn-Chef Rüdiger Grube geschickt. Die Absender appellieren an ihn, den Zugang zum Unfallort, der in der Nähe der Schule liegt, sofort absperren zu lassen. Bisher steht dort nur ein Verbotsschild.

In der Nacht des 15. März war dort ein 16-Jähriger aus unklaren Gründen auf einen Strommast geklettert und von einem Lichtbogen (Spannungsüberschlag, 15.000 Volt) tödlich verletzt worden. Dorthin gekommen war er über eine erst kurz zuvor von der Bahn errichtete, frei zugängliche Betriebstreppe, die als Flucht- und Rettungsweg für den dort verlaufenden Güterverkehr dient. Dieser fährt hinter einer Schallschutzwand. Vorher hatte eine Böschung den Zugang verhindert.

„Lebensgefährliche bauliche Fehlentscheidung“

Der Treppenbau an dieser Stelle, heißt es in dem Brief, sei „eine lebensgefährliche bauliche Fehlentscheidung, die dringend einer Korrektur bedarf“. Die breite Treppe „lädt zum Besteigen der Stufen und zum Verweilen auf dem Podest geradezu ein und hat die Sicht auf die Gefahrenzone erst freigelegt“. Zudem sei der Strommast völlig ungesichert. Kinder und Jugendliche würden die Treppe „spielerisch in Besitz nehmen und das Verbotsschild nicht wahrnehmen“.

Die Bahn sagte nach dem Unfall, dass sie rechtlich nicht verpflichtet sei, Gleise einzuzäunen. Zudem gehöre es zur Erziehung von Jugendlichen und Kindern, sie zum korrekten Verhalten an Bahnanlagen zu bewegen. Deshalb könne es „vernünftigerweise keinen Grund geben, auf einen Strommasten zu klettern!“.