Lebenshilfe darf nicht leiden

Können mehrere Geschäftsleute unabhängig voneinander ein Werbeangebot dermaßen falsch verstehen, dass sie sich im Nachhinein über den Leisten gezogen fühlen? Das glaube wer will, ich nicht.

Die Akquise für das Fahrzeug der Lebenshilfe gehört für mich eindeutig in die Kategorie Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Unter dem Deckmantel der Menschlichkeit werden hier eiskalt Geschäfte gemacht. Gute Geschäfte, denn die Einnahmen aus der Werbung betragen ein Vielfaches des Fahrzeugwertes.

Die Verträge indes scheinen juristisch einwandfrei. An keiner Stelle ist von einem Geschenk oder von einem Neufahrzeug die Rede. Die Lebenshilfe „erhält“ ein Fahrzeug, heißt es. Das lässt Spielräume.

Die Kaufleute müssen aus dem „Fall“ ihre Lehren ziehen. Konkreter nachfragen, was mit „Spenden“ wirklich finanziert wird. Die Lebenshilfe jedenfalls darf nicht leiden. Sie hat sich lediglich auf ein lohnendes Leihgeschäft eingelassen, ohne zu wissen, mit welchen Argumenten die Werbung verkauft wird.