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Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik

17.11.2009 | 17:30 Uhr
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik

Bochum. Rund 250 Studenten und Schüler gingen am 17. November abermals für bessere Bildung auf die Straße. Dabei blockierten die Demonstranten nach Beendigung der Kundgebung auch mehrere Kreuzungen.

„Wo muss ich mich hinstellen, damit ich ins Fernsehen komme?” – Es waren nicht nur die bildungspolitischen Fragen, die die Teilnehmer/innen der Protestaktionen gegen den „Bildungsnotstand” am Dienstagnachmittag antrieben. Vielmehr wurde, wenn auch spaßeshalber, nach einer guten Position gesucht, um den jeweiligen Unmut auch medial zu verbreiten. Denn Presse, Funk und Fernsehen waren zahlreich vor dem Hauptbahnhof vertreten, wo sich die Aktivisten zur Versammlung im Rahmen der bundesweiten Bildungsstreik-Wochen versammelt hatten.

Die Polizei griff nur einmal ein. Als die Demonstranten versuchten, das Bochumer Rathaus zu stürmen, kam es zu Rangeleien zwischen der Polizei und den Demonstranten. Fotos: © Ingo Otto / WAZ FotoPool

Die eigentliche Aktion ging aber erst nach den gut halbstündigen Ansprachen auf dem Kurt-Schumacher-Platz los. Wie auf Kommando, setzte sich ein Pulk aus den rund 250 Protestlern in Bewegung und enterte den Südring, um sich direkt vor dem Bahnhof auf die Straße zu legen. Andere Aktivisten zeichneten die Silhoutten der Liegenden mit Kreide nach – symbolische „Bildungsleichen”, die die Bundesrepublik angeblich produziert. Als das Spektakel schon vorbei schien, setzte sich eine Gruppe im Laufschritt Richtung Westring in Bewegung – ein „Flashmob” hatte zur Sitzblockade auf der Kreuzung Westring/Boulevard alarmiert.

Sitzblockade am Westring

Gut 20 Minuten lag der Verkehr still lag. Gegen 16 Uhr war der „Spuk” vorbei. Die Polizei meldet eine Personalienüberprüfung, weil jemand einen Aufkleber auf ein Polizeiauto gepappt hatte. Laut Polizeisprecher Plewka gab es keine Zwischenfälle, „alles war ruhig”. Im Rathaus-Innenhof gab's anlässlich eines versuchten „Rathaussturms” kurzzeitig allerdings doch Gedrängel. Jetzt prangt am Standesamt der Slogan „Für freies und selbstbestimmtes Leben und Lernen!” – darunter Hammer und Sichel, die bewährten Embleme von gestern.

Die Protestaktion am Dienstag hatte nur partiell mit dem an der Ruhr-Uni immer wieder aufflackernden Widerstand gegen Studiengebühren und Hochschulreform zu tun. Vielmehr war sie Fortsetzung des gruppenübergreifenden „Bildungsstreiks”, der bereits im Juni Studis, Schüler und Auszubildende auf dem Rathausplatz versammelt hatte. Denn wie die Studierenden fühlen sich auch Teile der Oberstufenschüler von der Politik ausmanövriert. „Es gibt für uns keine wirkliche Mitbestimmung an den Schulen, und es gibt angesichts von Schulzeitverkürzung und Zentral-Abi kaum Zeit für kritisches Denken. Es zählt nur der Lehrplan, sonst nix!” klagte eine Schülerin, und bekam viel Applaus.

Jürgen Boebers-Süßmann

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Kommentare
19.11.2009
18:12
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Daniel_._._ | #17

Um nur kurz etwas zu dem Punkt Mangelde Beteiligung ( nur 350 von 32000 Studenten) zu sagen:
Mehr als 3.000 anwesende Studentinnen und Studenten beteiligten sich an der Diskussion und stimmten fast einstimmig für die vorher ausgearbeiteten Forderungen, die während der Vollversammlung noch um einige Punkte ergänzt wurden. Zitat Asta Bochum http://asta-bochum.de/Bochum-brennt-Studierende.html

Vielleicht war es eher ein Grund das an der Demo nur 350 Personen beteiligt waren, dass die anderen glauben das die ganze Sache eh keinen Erfolg bringt.

Wobei man schon direkt beim nächsten Punkt ist. Warum werden Hörsäale besetzt und damit andere lernwillige Studenten am lernen gehindert? Besser wäre es doch nur demonstrieren zu gehen. Demonstriert wurde Mitte des Jahres,im April / Mai soweit ich weiß. Auch in Bochum. Geholfen hat es nichts, Aufmerksamkeit wurde nur kurz erzielt und Verbesserungs-Versprechen wurden schnell wieder vergessen. Also finde es nur konsequent jetzt einen Schritt weiter zu gehen.

Meine Meinung werden nicht viele Teilen, aber vielleicht hilft sie die Proteste zu verstehen.

Vielleicht ist es noch sinnvoll anzumerken, dass ich aus beruflichen Gründen nicht Protestieren konnte es aber gerne getan hätte. Es gibt also mindestens einen und vermutlich sogar mehrere Befürworter die (noch) nicht beteiligt sind.

Schöne Grüße

18.11.2009
17:56
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Necromat | #16

@blublala
Es besteht ein großer Unterschied ob man demonstriert oder ob man Kommilitonen die Studienbedingungen erschwert, indem man dafür sorgt das Veranstaltungen ausfallen. Wenn nur demonstriert würde und nicht irgendwelche kontraproduktiven Hörsaalbesetzungen durchgeführt würden gäbe es vermutlich viel weniger kritische Stimmen.

18.11.2009
16:36
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von blublala | #15

1.
es heißt *******.... gewöhne dir lieber unsozial an, da kannst du mit den s nicht durcheinander kommen.

2.
jeder student der nicht gegen die studiengebühren ist hat grundsätzlich etwas falsch verstanden! Bildung sollte in einem sozialstaat kein gut sein! da muss man nicht viel erklären! gleiche rechte für alle!
es geht nicht um krawall oder chaot sein, wenn die demos für euch nix sind, dann geht nicht hin! aber macht doch bitte auch ihr euren unmut laut! und es kann niemad sagen dass er gerne studiengebühren zahlt...
jeder der sich die gebühren selbst erarbeiten muss ist benachteidigt, da er weniger zeit seinem studium widmen kann, leute dies bezahlt bekommen sind im vorteil...


aber es geht uns natürlich um mehr als nur das ewige stinkende geld. http://www.bildungsstreik.net/

ich wollte nur mal dies extrem dumme und oberflächlige diskussion, ob es gerechtfertigt ist zu streiken beenden.

JAAA!!! streikt!

18.11.2009
16:08
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Necromat | #14

@Anderer Student
Was denkst du den wie es abläuft wenn ich mich da vorne hinstelle und 30 Studenten, die gerne Randale machen wollen erkläre, dass ihre Aktionen ******* sind.
Außerdem finde ich, auch wenn ich mich selber gerne über BWLer lustig mache, dass deine Ansichten ziemlich extrem und Oberflächlich sind.
Ich weiß nicht so ganz was für dich eine ökonomisch-liberale meinung ist. Aber Hörsääle anderer Studenten zu blockieren, damit diese ihre Vorlesungen nicht besuchen können, ist einfach nur assozial.

18.11.2009
15:33
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Anderer Student | #13

Dann hoffe ich, dass ihr das auch in die VV morgen einbringt, damit das ganze so schnell wie möglich beendet werden kann und wir zur normalen Tagesordnung übergehen in der sich nur einzelne Gruppen mit der Thematik auseinandersetzen und wir nicht mehr diese komische Massenbewegung um ihrer selbst willen haben.

18.11.2009
15:27
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von BoStudent | #12

@ Anderer Student
zumindest ich seh das ähnlich wie Necromat. Und nein, ich studiere weder WIWI, noch VWL oder BWL. Nur wenige meiner Bekannten (in der Regel auch keine WIWIs) finden den Ablauf der Proteste akzeptabel (nicht uneingeschränkt gut), aktiv nimmt niemand daran teil.

Das von so vielen möglichen Teilnehmer nur wenig mehr als 200 kommen spricht meiner Meinung aber stark dafür, dass die Protestbewegung in der jetzigen Form nicht von der Mehrheit getragen wird.

18.11.2009
14:43
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Anderer Student | #11

@Necromat:
Warum kommst du nicht in das HZO10 und klärst das dort? Bisher wurde niemanden das Wort verboten. Außerdem glaube ich nicht, dass DU für den Großteil der Studenten sprechen kannst. Möglicherweise bist du ja auch nur einer von den WiWis, die ja größtenteils leider eh eine ziemlich ökonomisch-liberale meinung dazu haben...
Ist auch beeindruckend, dass bisher hier nicht viel von den Besetzungen zu lesen war....

18.11.2009
10:46
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Necromat | #10

Ich bin Student und ich bin gegen die Proteste!
Sie spiegeln nicht die Meinung der Studentenschaft wieder, welche zum Großteil gegen diese Aktionen ist.
Für unsere Ersties (ca. 350 Leute) fallen momentan etliche Vorlesungen aus, weil 30 Leute meinen sie müssten Hörsääle besetzen.
Weg mit diesen Idioten, die andere an der Durchführung ihres Studiums hindern!

18.11.2009
08:47
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von herr T | #9

wie wäre es, wenn man statt zu meckern, selbst position bezöge?? denn eigentlich haben die studenten doch recht ( wenn sie auch nicht wirklich geschickt agieren). sie zahlen geld für ein studium, dass sie in kürzester zeit durchziehen müssen, in dem aber regelmässig pflichtveranstaltungen überfüllt sind ( wort-wörtlich, sitzen auf treppenstufen!!), die lehrenden vollkommen überlaufen sind und entsprechend die betreuung der auszubildenden ( nichts anderes ist das studium doch ) nicht übernehmen können - selbst wenn sie wollten. auch protest will gelernt sein - das noch zur ehrenrettung der meist unbedarften studenten. und wenn sich mehr leute aus dem normalen leben an den protesten beteiligen würden, würden die ewig-linken-dauer-dagegen-seier auch nicht mehr so ins gewicht fallen.

18.11.2009
08:43
Lautstarker Protest gegen die Bildungspolitik
von Bia Sabitscha | #8

Besser seine Meinung öffentlich deutlich machen, als mit dem Hintern zuhause zu sitzen und im Stillen rumzunörgeln! Auch für die eigenen Rechte einzutreten muss gelernt werden!

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