Launiger Morgen in Bochum mit Hannelore Kraft

Aufmerksam hörten mehr als 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, so etwa Landtagspräsidentin Carina Gödecke (M.) oder Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, zu, als NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft ihre Rede hielt. Die Regierungs-Chefin erhielt mehrfach anerkennenden Beifall.
Aufmerksam hörten mehr als 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, so etwa Landtagspräsidentin Carina Gödecke (M.) oder Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, zu, als NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft ihre Rede hielt. Die Regierungs-Chefin erhielt mehrfach anerkennenden Beifall.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dementiert beim Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft Ruhr die kolportierte Azubi-Abgabe.

Bochum.. Die Aufregung war groß, und das nicht nur, weil nicht jeden Tag die NRW-Ministerpräsidentin beim Jahresempfang der Kreishandwerkschaft Ruhr zu Gast ist. Nach der von NRW-Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert gegenüber der WAZ geäußerten Befürchtung, die Landesregierung könnte eine Ausbildungsabgabe für Betriebe ohne Lehrlinge einführen, waren mehr als 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung an der Springorumallee gespannt auf die Rede von Regierungs-Chefin Hannelore Kraft.

Sie stellte im Rahmen des launigen Empfangs klar, dass NRW nicht an die Einführung einer solchen Abgabe denke: „Diese Drohkulisse haben die Gewerkschaften aufgebaut. Das was sie gefordert haben, steht bei uns nicht im Programm.“ Damit hatte sich die unverhohlene Aufforderung von Kreishandwerksmeister Johann Phillips erübrigt, der zuvor gesagt hatte: „Das Handwerk wehrt sich zurecht - und ich hoffe mit Kraft – gegen eine Ausbildungsabgabe.“

Bislang kommt das Handwerk in Sachen Ausbildung seiner Verpflichtung nach. So wurden allein in Bochum im Vorjahr 712 Ausbildungsverträge abgeschlossen, davor waren es 696 (2013) und 718 (2012). „Das Handwerk ist mit den Zahlen sehr gut dabei“, bestätigt auch Hannelore Kraft. Deshalb habe es sie auch gewundert, dass ausgerechnet der Handwerkspräsident das Thema in der Öffentlichkeit gebracht habe.

Duale Ausbildung

Die Schwierigkeiten seien in anderen Bereichen viel größer, etwa in kleineren Einzelhandelsbetrieben. Dort werde nicht so ausgebildet, „wie es eigentlich erforderlich wäre“. Gleichwohl hofft sie, dass auch das Handwerk in Sachen Ausbildung noch mehr tut als bislang: „Ich baue darauf, dass sie überall, wo es geht, noch einmal eine Schüppe drauf legen.“ Auch die Landesregierung werde ihren Beitrag leisten, etwa um den Übergang von Schule in den Beruf besser zu organisieren.

Derzeit seien 200.000 Schülerinnen und Schüler in die Berufs- und Studienorientierung eingebunden, Ende 2018/19 werden es 512.000 sein. Mit regionalen regionale Maßnahmen soll dem Dilemma sinkende Ausbildungsplatzzahlen und wachsender Fachkräftemangel begegnet werden. Und geplant sei eine Kampagne für die duale Ausbildung. „Wir wollen damit die gesellschaftliche Anerkennung der dualen Ausbildung als gleichwertige Berufsperspektive neben dem Studium stärken.“

Handwerk als tragende Säule

Johann Phillips hört das gerne. Vor allem eines war ihm wichtig: „Die Ministerpräsidentin hat erkannt, dass das Handwerk die tragende Säule für die Wirtschaft der Region ist.“ Der Kreishandwerks-Chef hat das schon immer gesagt.

Erfreut vernommen haben wird Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, dass ihre Parteigenossin in Sachen kommunale Haushalte ankündigte: „Wir brauchen hier eine weitere Verbesserung und eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen.“ In den Gesprächen über den Länderfinanzausgleich strebe NRW an, mehr von dem behalten zu wollen, was im Land erwirtschaftet wird.