Zweibeinige Ameisen krabbeln durch den Krähenwald

Tim (7, vorne) und Elias (5) bewegen sich wie Ameisen – blind – durch den Wald. Immer dem roten Seil, der „Ameisenstraße“, entlang.
Tim (7, vorne) und Elias (5) bewegen sich wie Ameisen – blind – durch den Wald. Immer dem roten Seil, der „Ameisenstraße“, entlang.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
16 Kinder erleben mit ihren Eltern einen Spaziergang der besonderen Art. „Cool“ finden sie das Angebot von „Langendreer hat’s“ und Walderlebnisschule.

Langendreer..  Mit verbundenen Augen tastet sich der siebenjährige Tim an einem roten Seil entlang, das um mehrere Bäume gespannt ist. Vorsichtig meistert er gemeinsam mit anderen mutigen Kindern blind den unebenen Weg durch einen kleinen Waldabschnitt. „So fühlt ihr euch wie kleine Ameisen, die krabbeln auch blind durch den Wald“, erklärt Thomas Krause von der Walderlebnisschule Bochum.

Gemeinsam mit dem Stadtteilverein „Langendreer hat’s“ bietet die Walderlebnisschule zum zweiten Mal einen interaktiven Waldspaziergang in Langendreer-Oberdorf an. „Hier gibt es so viel Grün, darauf sind wir stolz. Wir möchten zeigen, was für schöne Ecken wir haben “, so Hans-Hermann Brunholt vom Stadtteilverein. Bei strahlendem Sonnenschein können 16 Kindern mit ihren Eltern den Wald auf besondere Art und Weise erkunden. „So lernen wir den Krähenwald mal ganz anders und intensiver kennen“, freut sich Mutter Selam Bleichert.

„Zwar sind die Ameisen blind, aber sie können besonders gut hören und sich so gezielt verteidigen“, berichtet Krause den interessierten Kindern. Die kleinen Walderkunder staunen nicht schlecht, als der Förster einen Becher mit „Ameisen-Pipi“ – natürlich Wasser – aus seinem Rucksack holt und in eine Spritze füllt. So wird Schüler Tim (7) kurzerhand zur Ameise, die blind mit einer Spritze auf piepende Kinder zielen muss. „Das ist super und macht richtig Spaß“, freut sich Hanna (7).

Auch die Eltern werden nicht verschont und müssen kräftig mit anpacken. Durch den Krähenwald zieht sich ein kleiner Bach, über den die Mütter und Väter eine Brücke bilden, indem sie ein stabiles Seil stramm ziehen. Als erster balanciert der dreijährige Sedrick mutig über das Seil und landet stolz auf der anderen Seite des Baches. Auch der siebenjährigen Joschua ist nach seinem Balanceakt begeistert: „Das war richtig cool.“



Mut ist beim „Todessprung“ gefragt

Mut müssen die Kinder auch bei dem „Todessprung“ beweisen. Die siebenjährige Hanna steht tapfer mit verbundenen Augen und hochgestreckten Armen auf einem Baumstumpf. Während laut „Achtung Baum fällt“ zu hören ist, lässt sich die Siebenjährige auf die ausgestreckten Arme der Eltern fallen, die vor dem Stamm in einer Reihe stehen und sie auffangen. „Etwas Angst hatte ich schon“, gesteht die Schülerin nach ihrer bestandenen „Vertrauensübung“.

Die Abwechslung zwischen einem ruhigem Spaziergang und spannenden Aktionen ist Thomas Krause besonders wichtig: „So können die Kindern den Wald mit allen Sinnen erleben.“ Von dem vielfältigen Programm ist die elfjährige Hannah überzeugt: „Ich finde es super, dass so viel erklärt wird. So macht Spazierengehen noch mehr Spaß.“