Zäsuren bringen Spannung
24.12.2009 | 03:00 Uhr 2009-12-24T03:00:00+0100Cäcilias neuem Chorleiter Marko Dumenko gelingt auch geistliches Konzert.
Werne. Kraftvoller Gesang der Männer und des gemischten Chores, klangvolle Solopartien von Sopranistin Petra Curran und zwei Textlesungen: das über zweistündige Weihnachtskonzert des MGV Cäcilia in der Herz Jesu-Kirche bot ein reichhaltiges Programm. Der neue Chorleiter Marko Dumenko, der das Konzert organisierte, zeigte damit, dass er nicht nur ein gelungenes weltliches Konzert - wie im September an der Lessingschule dargeboten - auf die Beine stellen kann, sondern auch ein geistliches.
Die 24 Sänger des MGV Cäcilia gestalteten den Auftakt mit drei Liedern selbst. Im Anschluss ging es dann vor allem im Wechsel von Chorgesang und Solopartien der Sopranistin vielfältig weiter. Letztere wurde immer wieder von Dumenko instrumental begleitet. Das war dann - je nach der Anforderung der Stücke - das Klavier, die kleine wie auch die große Orgel.
Diese Wechsel hatten es in sich. Sie setzten nämlich nicht nur stimmlich Zäsuren, indem mal der voluminöse Chorgesang, mal die helle Stimme von Curran zu hören war. Hinzu kam, dass dadurch sich auch immer wieder die inhaltliche Thematik änderte.
Der MGV begann etwa mit Liedern wie „Deutsche Bitte” und „Auf haltet euer Herz bereit” und damit eher adventlichen Liedgut. Dumenko und Curran setzten das gelungen fort mit - zum Beispiel - dem altirischen Adventslied „I wonder if I wonder”. Der „Gemischte Chor”, bei dem 14 Frauenstimmen aus dem Gemeindechor den Gesang der Männer vor allem in den Höhen bereicherten, knüpfte daran ebenfalls vierstimmig an. Unter anderem mit den bekannten Kirchenliedern „Wachet auf, ruft uns die Stimme” und „Tochter Zion”.
Beim nächsten Auftritt wandte sich der MGV dann aber musikalisch der Marienverehrung zu, indem er zum Beispiel das „Ave Maria” von Bruckner intonierte. Dumenko und Curran vollzogen das ebenfalls nach, allerdings mit einer Veränderung: sie nutzten die Orgelempore statt des Altarraumes zum Vortrag, wodurch die kolorierende Stimme der Sopranistin durchaus etwas Sphärisches erhielt, zum Beispiel beim „Ave Maria” von Rheinberger.
Eine letzte Wendung nahm das Konzert, als der Männerchor dann weihnachtliche Lieder anstimmte. Etwa das „Trommlerlied” von Lüderitz, bei dem Johannes Pott an der Trommel den Takt schlug. Ein Höhepunkt wurde da das Stück „Weihnachten” von Cornelius, indem die Männer das zusammen mit Curran anstimmten.
Eine Bereicherung des Konzertes waren die feinsinnigen Lesungen von Barbara Pott. Zu Gehör brachte sie da etwa „Weihnachtssachen” des verstorbenen Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch, der sich dabei über den Kaufrausch zu Weihnachten als Verkehrung der damit verbundenen christlichen Botschaft ausließ.
Die Zuhörer waren begeistert wie die Ovationen für die Aktiven zeigten. Zahlreichen Applaus gab es zudem auch schon zwischen den einzelnen Stücken. Die Anzahl der Besucher war mit gut 100 allerdings deutlich geringer als sonst. Der Grund dafür dürfte das dichte Schneetreiben vor der Kirche gewesen sein, das einige abhielt. Karten wurden nämlich vorab weit mehr vorbestellt oder auch verkauft.
Die Chorarbeit beim MGV Cäcilia geht auch 2010 wieder weiter. Im Vordergrund stehen jedoch zunächst die Geselligkeit und Organisatorisches. Am Sonntag, 24. Januar, ist deshalb zunächst der traditionelle Jahresempfang im Gemeindehaus am Hölterweg. Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen folgt am Samstag, 30. Januar. Als bekanntes Mitglied des Vorstandes tritt Hauptkassierer Reimund Strömer aus beruflichen Gründen nicht mehr an. WH

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