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Wie Mansfeld Langendreer prägte

28.10.2012 | 16:36 Uhr
Wie Mansfeld Langendreer prägte
Buch erinnert an Zeche Mansfeld in Bochum LangendreerFoto: Archiv: Norbert Meier

Langendreer. Selten hat eine Buchvorstellung so viel Aufmerksamkeit erregt. Rund 130 Interessierte hatte es am Samstag in das evangelische Gemeindehaus am Birkhuhnweg gezogen, wo ein dickes Werk über die Zeche Mansfeld der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Ein halbes Jahrhundert ist vergangen seit der Stilllegung von Mansfeld, am 31. März 2013 ist der 50. Jahrestag dieses Ereignisses. In ihrem Buch „Zeche Mansfeld“ beleuchten die Autoren Norbert Meier und Hans-Jürgen Lewer mit hoher Sachkompetenz und viel Liebe zum Detail die Geschichte dieses Bergwerks, das aus den Vorgängerzechen Urbanus und Colonia entstand.

Ein Jahr lang haben Meier und Lewer daran gearbeitet, die wechselvolle Geschichte von Mansfeld aufzuzeichnen, die – wie die Nachbarzechen Bruchstraße und Vollmond – zu den Großschachtanlagen zählte und bis in die 1960er Jahre hinein Langendreer prägte. „Zuletzt habe ich auch nachts geschrieben“, erzählte Meier.

Viele Knappenvereine aus der Umgebung waren mit Abordnungen vertreten. Darunter auch die Ostbochumer „St. Barbara“ und „Glückauf“, von deren Mitgliedern viele auf Mansfeld gearbeitet haben. Ludwig Bücking, Leiter des Arbeitskreises Dortmund im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier, wies darauf hin, dass „dieses Buch hilft, unsere Bergbauvergangenheit vor dem Vergessen zu bewahren“. Der Arbeitskreis Dortmund war es auch, der das ehrgeizige Buchprojekt schulterte. Und Hausherr Pfarrer Thomas Vogtmann, der aus dem erzbergbaulastigen Siegerland stammt, betonte ebenfalls, dass es gut sei, „wenn Jüngere diese Geschichte nachlesen können.“

Zum Start des Buches konnte Norbert Meier drei echte Schmankerl präsentieren: Stummfilme aus den Archiven von Thyssen Krupp und des Bergbaumuseums dokumentierten eindrucksvoll die harte Arbeit, die Gesundheitsrisiken für die Kumpel und die Umweltbelastungen z.B. durch die Koksgewinnung. Die lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen beim Abbau in der Schräglage wurden für die Betrachter nicht nur sicht- sondern direkt spürbar. Mansfeld lieferte Spezialkoks, der bevorzugt in Gießereien verwendet wurde.

Viele historische Fotos garnieren im Buch die Fakten. Aber auch die Bedeutung der Bahnhöfe wird gewürdigt, denn nicht zuletzt durch die Bahn wurden Bergbau und Industrialisierung und damit auch die gedeihliche Entwicklung des Dorfes zur einer Großgemeinde vorangetrieben. „Unseren heutigen Wohlstand“, so Meier, „verdanken wir dem Bergbau“.

Sollte dieses Buchprojekt erfolgreich sein, können es sich die Autoren vorstellen, die Geschichte weiterer Zechen aufzuarbeiten, zumal der Steinkohle-Bergbau in Deutschland ab 2018 endgültig Geschichte sein wird. „Es ist nicht so, dass wir keine Kohle mehr haben. Das ist ein Politikum. Die wollen den Bergbau platt machen.“

Von Eberhard Franken


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