Von Soleiern und Spülengeln
11.06.2008 | 18:06 Uhr 2008-06-11T18:06:57+0200Dönekes und Aufgeschnapptes von der 31. Bürgerwoche Bochum-Ost. Besucher vermissten die "Liebesklänge". Bezirksbürgermeister Norbert Busche erwies sich als Kavalier alter Schule. Gestrenge Frauenblicke am Bierwagen
Ost. Albert Dirscherl, "Vize" an der Franz-Dinnendahl-Realschule, bemängelte, dass der Begriff "Lahariplatz" sich wohl in Laer noch nicht ganz durchgesetzt habe. "Ich habe vor dem Opelwerk gefragt, auch an anderer Stelle." Keiner habe gewusst, wo sich der Platz befinde. Hingekommen ist der findige Pädagoge dennoch, denn wer sich in Peru zurechtfindet, schafft das auch in Bochum: Dirscherl referierte kürzlich vor Schülern über einen Besuch in dem südamerikanischen Land.
Bezirksbürgermeister Norbert Busche wurde mehrmals öffentlich mit dem neuen Titel angesprochen. OB Dr. Ottilie Scholz, so schien es, betonte den Begriff ganz besonders. Schließlich, so merkte ein Bürgerwochen-Besucher augenzwinkernd an, "ist Norbert Europas dienstältester Bezirksbürgermeister" (kommendes Jahr, so viel ist sicher, feiert er silbernes Dienstjubiläum).
Immerhin ist er (noch lange!) nicht zu alt, beim traditionellen Festzug der Vereine in Werne mit zu marschieren. Diesmal war es mühsam, den Marsch-Rhythmus zu halten, denn das Vereinigte Tambour-Corps Werne hatte abgesagt, weil nicht genug Spielleute verfügbar waren.
Auch das Bandoneon-Orchester "Liebesklänge", auf der Marktplatz-Bühne in Werne sonst stets eine der musikalischen Säulen, hatte (wegen einiger Erkrankungen) absagen müssen. Bleibt zu hoffen, dass die Beherrscher der Perlmutt-Knöpfe inzwischen wieder genesen sind.
Gerd Gluma aus Teneriffa war wieder einmal zu Gast am Ümminger See. Der Exil-Bochumer hatte auf der spanischen Insel gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert.
Der Förderverein des Oberlin-Hauses präsentierte auf dem Markt leckere Schnittchen sowie Soleier in den unterschiedlichsten Varianten. Es gab "Solei klassisch" mit Senf, Essig und Öl - aber z.B. auch mit Maggi (sehr lecker).
Dirk Klöpfel, der ComputerExperte beim Schützenverein Treue Kameradschaft Laer, schaute zwar freundlich, aber innerlich hat er sicher gekocht, weil die Scatt-Schießanlage beim Seefest nicht funktionieren wollte: Die Software hatte einen Aussetzer.
Lieder kann man unterschiedlich empfinden, mal so, mal anders interpretieren. Viele Fans mögen es jedoch gar nicht, wenn ihre "Songs von gestern" verfremdet werden. "Heute hier, morgen dort", diesen wunderbaren Song über den Wandel aus der Feder von Hannes Wader, sang der AWo-Chor beim Seefest in einer Fassung, die der streitbare Barde (sorry!) ganz sicher nicht autorisiert hätte.
Einer der Ümminger Hobby-Kapitäne hatte eine wahre Odyssee zu absolvieren: Sein Modellboot war noch gut zwischen einigen toten Fischen durchgekommen, aber an der Ufervegetation der Insel hängengeblieben. Der Mann watete furchtlos dorthin und machte den Kahn wieder flott.
Es musste wieder jede Menge gespült werden an den verschiedenen Schauplätzen der Bürgerwoche. Christiane Kuligga und ihr Team vom CVJM Hiltrop holten sich wieder den Ehrentitel "Spülengel". Und die Absperrungen am See hielten die Mädels und Jungs gleich mit sauber.
Beim Abschluss der 31. Ausgabe der Bürgerwoche im Volkspark Langendreer gab es dann wieder einige, die partout nicht nach Hause wollten. Brigitte Gatto und ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Bürgerbüro sahen bei ihrem freiwilligen Dienst hinter der Theke so manchen gestrengen Frauenblick, mit dessen Hilfe Männer nahezu chirurgisch vom Bierwagen entfernt wurden.

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