Singend die Gesundheit stärken

Kursleiter Hans-Werner Schneider ist mit vollem Eifer dabei
Kursleiter Hans-Werner Schneider ist mit vollem Eifer dabei
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dieser Kurs soll sogar gegen lästiges Schnarchen helfen: Beim Hustifex-Brummer-Treff tun die Teilnehmer etwas für Körper und Stimme.

Langendreer / Linden..  Kauende Kamele, Karpfenübungen, mümmelnde Häschen. Klingt komisch – und durchaus harmonisch. Die Arme werden in die Höhe gestreckt, Marionetten wird nachgeeifert. Hans Werner Schneider (60) begleitet einhändig am Flügel und dirigiert. Der „Hustifex-Brummer-Kurs“ fand jetzt in der Rudolf-Steiner-Schule statt. Weitere Termine folgen ab Februar.

Harmonie ist in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Neben dem Stimmtraining soll die Gesundheit der Teilnehmer singend gestärkt werden. Ob Heuschnupfen, bronchiale und organische Beschwerden oder das lästige Schnarchen: Schneider verspricht Linderung und kann über 20 Jahre Erfahrung vorweisen. So loben auch die Frauen und Männer unisono Kurs, Konzept und Klangfortschritte. Die wenigsten der 20 Anwesenden hatten Vorkenntnisse.

Unter dem etwas drögen Titel „Chorsingen für Anfänger“ begann 1983 Schneiders Kursleiterkarriere: „Doch mit diesem Namen konnte man keinen mit seinen Ängsten hinterm Ofen hervor locken.“ Ein neuer Begriff musste her. Also patentierte er den „Brummer-Kurs“ für Menschen, die glauben, nicht singen zu können. Teilgenommen hat auch die Frau eines leitenden Internisten, der schließlich ebenfalls die Treffen besuchte und erstaunt feststellte: „Damit können Sie mehr für die Lungenkranken erreichen als ich mit meiner Medizin.“

Kunstbegriff aus der Asterix-Welt

Dazu gesellte sich später ein weiterer Kurs namens „Hustifex“ – ein Kunstbegriff, den sich Schneider nach der Lektüre einiger Asterix-Comics einfallen ließ. In diesem Kurs „ersangen“ sich Lungenkranke Gesundheitsverbesserungen und -prophylaxe.

Da sich die Grundübungen beider Kurse glichen und in beiden Bereichen Anklang fanden, entstand aus diesen etwa im Jahr 1986 der heutige „Hustifex-Brummer-Kurs“: „Wer nicht singen kann, profitiert von den teils gesanglich versierten Kranken. Umgekehrt ist die gute Laune der Anfänger häufig beflügelnd“, hebt Schneider hervor.

Lieder verschiedener Stilrichtungen

Jedes Treffen beginnt mit 45-minütigen „Übschichten“, wie der 60-Jährige sie nennt. Im Anschluss werden Lieder aus möglichst unterschiedlichen Stilrichtungen gesungen: Gospel, Pop, Salsa, Volks- und klassische Lieder. Eigens entwickelt hat Schneider den Bereich „Musiklehre singend geübt“. Im Kanon werden Akkorde auf den Text „Dur, Terz, Quinte“ gesungen – das Dreiklang-Rezept. Intensivierte Lautformen, tragenden Mönchsgesängen gleich, wabern weich durch die Waldorf-Schule. Viele Teilnehmer kontrollieren ihre Mundbewegungen mithilfe eines Handspiegels. Zudem werden Bewegungsabläufe integriert, Rhythmiken trainiert.

Nebenbei liefert der Gesangslehrer, Pianist, Perkussionist sowie Chorleiter unterhaltsame musikhistorische Infos. Die Zielgruppe ist komplett gemischt: „Schüler, Rockbands und Omas machen mit. Je bunter desto besser.“