Senioren feiern ausgelassen Karneval

Auch die Tanzgarde Querenburg im Awo-Heim erntete viel Beifall.
Auch die Tanzgarde Querenburg im Awo-Heim erntete viel Beifall.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Karneval im Werner Awo-Heim Auf der Kiekbast: Bewohner schunkeln und singen gemeinsam mit den Gästen und Künstlern.

Werne..  Lachen, klatschen, mitsingen: Bei der Karnevalsveranstaltung der Bochumer Karnevalisten im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt „Auf der Kiekbast“ ging es fröhlich rund. Bei den mehr als 40 Besuchern – davon gut 30 Hausbewohner – kamen vor allem die Gesangs- und Tanzeinlagen gut an.

„Die machen das richtig gut“, jubelte Hausbewohner Rüdiger Annacker, als die Schlappen Lappen gerade den bekannten Schlager „Rot sind die Rosen“ von Semino Rossi sangen. Der Senior stimmte fröhlich mit ein bei „Du machst mich immer noch verrückt“ und sah dabei lustig aus mit seiner großen Brille mit rosafarbenen Gläsern auf der Clownsnase.

Auch viele der anderen Besucher machten mit, als „Lappen“-Vorsitzende Anja Büschleb zum Mitschunkeln aufrief. Dafür suchte sie auch den Kontakt zu den Senioren, als sie mit dem Mikrofon durch die Sitzreihen ging. Auf Beifall stieß auch Sängerin „Ronja“ von der Gruppe „Kunterbunt“, dem Nachwuchs der Lappen. Für ihren vorgetragenen Karnevalshit „Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin“, erhielt sie natürlich eine Rakete.

„Sie hat so schön gesungen“, freute sich Heimbewohnerin Marie Straube. Die 85-Jährige schwelgte gleich in Erinnerungen: „Wir haben beim Karneval der katholische Frauengemeinschaft immer so schön gefeiert.“ Als Jugendliche sei sie auch oft beim Cäcilien-Karneval von Herz Jesu Werne gewesen, der vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Turnhalle am Freibad stattgefunden habe.

Auch andere Karnevalsaktive fanden mit Musik den Weg zu den Hausbewohnern. So klatschten und schunkelten alle mit, als Manfred Wirkus und Akkordeonspieler Detlev von Gerso „An der Nordseeküste“ intonierten. Stimmungssänger Sascha Becker stieß auf Gegenliebe bei „Italienische Sehnsucht“.

Ein Hausbewohner, der lange in Köln lebte, begeisterte sich für die Tanzauftritte. „Die fand ich toll.“ Angetan hatten es ihm die Tanzgarde vom Querenburger Karnevalsverein sowie die Tanzmariechen „Michelle“(Musik- und Tanzverein Südwest). Nach zwei Stunden Programm ging es mit dem Dirndltanz der grünhaarigen „Sektflöten“ (Karnevalszwerge Christ König) unter dem Beifall der Hausbewohner dem Finale zu. „Hier ist richtig viel los“, freute sich deshalb ein Besucher von außen. „Das hatte ich so nicht erwartet.“

Erwartet hatte das allerdings Jennifer Olk vom Sozialen Dienst des Hauses: „Viele unserer Bewohnern freuten sich schon vorher auf diese Veranstaltung.“ Dass die Musik die Senioren so mitziehen würde, hat sie nicht verwundert: „Unsere musikalischen Nachmittage an jedem Montag sind immer gut besucht.“