Seit 50 Jahren im Dienst des MGV Glocke Langendreer

Ein Ständchen für den Chef: Horst Kiels Sangesbrüder gratulieren herzlich.
Ein Ständchen für den Chef: Horst Kiels Sangesbrüder gratulieren herzlich.
Foto: Wicho Herrmann
Was wir bereits wissen
Horst Kiel leitet den MGV Glocke 1893 schon so lange, dass dem Deutschen Chorverband langsam die Ehrungen ausgehen. Rückblick auf bewegte Jahrzehnte.

Langendreer..  Seit 50 Jahren ist Horst Kiel Vorsitzender der Männergesangvereins Glocke 1893. Der 77-Jährige singt schon länger: seit 57 Jahren. Vorsitzender Michael Schöps sowie Geschäftsführer Peter Löhr vom Bochumer Sängerkreis ehrten ihn deshalb zum Goldjubiläum und hatten zugleich ein Problem. „Für dieses Jubiläum gibt es beim Deutschen Chorverband eigentlich keine Ehrung mehr“, erklärte Löhr. Zur 40-jährigen Vereinszugehörigkeit im Jahr 1998 habe Kiel mit der goldenen Ehrennadel schon die höchste Auszeichnung erhalten.

Die Lösung des Chorverbandes Nordrhein-Westfalen hieß deshalb: „Echt Goldene Ehrennadel mit Brillant“. Diese wurde vorab nur ein einziges Mal aus besonderem Anlass vergeben. Schöps steckte sie Kiel unter dem Beifall der Chorkollegen ans Revers seines Jacketts.

MGV-Schriftführer Ralf Wittkopp übernahm die Laudatio. Sein Fazit: „Heute wirst du für 50 Jahre Vereinsführung des MGV Glocke geehrt. Fürwahr eine Meisterleistung, die nur wenigen Sängern beschieden ist. Und man kann mit Fug und Recht sagen: Musik ist dein Leben.“

Kampfabstimmung gegen zwei gestandene Chormitglieder

Wittkopp blickte auch auf die Lebensstationen von Kiel und „seiner Glocke“ zurück: „Am 20. Januar 1958 bist du dem MGV beigetreten.“ Zeitgleich wurden auch sein Bruder Gerd (mit 18 Jahren), Karl-Heinz Borger (mit 19 Jahren), Friedhelm Halt (mit 13 Jahren) und Gerd Fospoth (mit 14 Jahren) aufgenommen. „Diese Verjüngung brachte dem Chor damals den Spitznamen ‘Kinder- oder Knabenchor’ ein“, so der Schriftführer. Bleibt anzufügen: Alle Herren sind heute noch dabei.

Kiel durchschritt im Chor schnell verschiedene Aufgaben. Am 17. Januar 1965 wurde er dann zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Der gelernte Schlosser strahlte bei so viel Ehre und dankte: „Es geht hier nicht um mich, sondern um den Chor. Ich muss doch nachweisen, dass meine Arbeit Sinn macht.“ An die Wahl zum Vorsitzenden erinnerte er sich ebenfalls: „Ich wurde dies nach einer Kampfabstimmung gegen zwei gestandene Chormitglieder. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf.“ Bis heute.

Die Feierstunde endete klassisch: Es gab ein Ständchen für Horst Kiel aus mehr als 20 Kehlen. Dieser spannte sich sein Akkordeon um (übrigens ein Geschenk von Ex-Bezirksbürgermeister Norbert Busche) und legte los – mit „Der Wanderer“. Alle sangen mit und Chormitglied Siegfried Grzeskowiak begleitete ihn.