Schafwolle trifft auf edle Chiffon-Seide
24.10.2011 | 15:57 Uhr 2011-10-24T15:57:00+0200
Langendreer. Filzerin Felicitas Weitkämper präsentiert ihre vielfältigen Arbeiten im offenen Atelier bei der Aktion „Eintritt frei!“
„Das Schöne an dem Filzmaterial, mit dem ich arbeite, ist, dass es so vielfältig gestaltet werden kann“, erklärt Felicitas Weitkämper zu ihren Arbeiten. Die Filzerin, die in 2004 ihr Atelier „Filzware-Handfilz“ an der Unterstraße 9 (Eingang: In der Helle) eröffnete, wirkte nun wieder an der Aktion „Eintritt Frei!“ mit. Dabei öffneten 45 Künstler, Designer und Fotografen an 18 Standorten in der gesamten Stadt schon zum vierten Mal ihre Ateliers für Besucher.
„Das gilt für die Form des späteren Gegenstandes ebenso wie für dessen Farbe und des Funktion“, betont Weitkämper weiter. Der Blick über die Auslagen in dem etwa 20 Quadratmeter großen Ausstellungsraum belegt die Aussage. Hüte sowie Facinator (auf das Haar gesteckte Hütchen) im nostalgischen Stil der 30er Jahre liegen in den Auslagen neben Kragen, Schals und weiteren Deko-Gegenständen wie etwa Broschen. Alles stellt die 50-Jährige aus Filz in den unterschiedlichsten Farben und Formen selbst her. Im Trend liegen bei ihr derzeit eher gedeckte Farben wie blau, grau oder schwarz. Wer es mehr knallig mag oder einen ganz bestimmten Wunschhut oder Schal haben möchte, kann das entsprechende Kleidungsstück auch herstellen lassen. Beate Salmen und ihrer Tochter Jessica kamen zum Beispiel ins Atelier, um sich neue ausgefallene Schals entwickeln zu lassen.
Die ausgebildete Filzgestalterin nutzt für ihre Arbeiten die sogenannte „Nuno-Technik“. Dabei verfilzt sie Schafwollfasern mit edlen Stoffen wie etwa Chiffon-Seide. Bei Stulpen wirkt sie auch schon mal Spitze ein. Stolz ist sie darauf, dass ihre Filzhüte inzwischen Kunstcharakter haben. In dem in 2101 in Amerika hergestellten Katalog „500 Felt-Objects“ (Filz-Objekte) konnte sie sich bei über 3000 weltweiten Bewerbungen für 500 genommene Arbeiten als eine von vier Deutschen sich mit ihrem Hut durchsetzen.
Ihre Produkte entstehen eigentlich nur mit Hilfe der Hände. Weitkämper: „An Material bedarf es nur der Schafwolle und der Seifenlauge.“
Designerin Nicola Brand-Distelhoff war bei „Eintritt Frei“ im Atelier zu Gast. Sie stellte ihren selbst hergestellten Schmuck aus Silber und Halbedelsteinen aus. Das besondere daran ist deren „Seele“. So graviert sie in die Zwischen den Zeilen-Ringe, Münzanhänger oder andere persönliche Schmuckstücke mit feiner Nadel sowie mit Hilfe der Lasertechnik Textzeilen ein. Das können bekannte Zitate wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ (Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry) ebenso sein wie Daten zu wichtigen Lebensabschnitten oder –punkten der Träger.
Das Atelier hat derzeit keine festen Öffnungszeiten. Kontakt unter 893 78 66.

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