"Salonlöwen" begeistern mit Evergreens, Klassikern und Schlagern
11.03.2009 | 16:02 Uhr 2009-03-11T16:02:00+0100Langendreer. Klassische und moderne Walzerstücke, Schlager und Jazzrhythmen: Einen bunten Strauß bekannter Melodien bot das Orchester „Die Salonlöwen” (Bild) bei seinem Auftritt im Rahmen der KulTurm-Reihe in der Christuskirche.
Die etwa 200 Besucher waren begeistert von Schlagern wie „Tulpen aus Amsterdam”, Lale Andersens „Lili Marleen” oder auch der „Zuckerpuppe” (aus der Bauchtanzgruppe, anno 1961 gesungen von Bill Ramsey).
Das Sextett um Werner Köhn, das unter dem Motto „Dimitri trifft Lili” antrat, hatte aber auch tiefsinnigere Stück im Gepäck. So setzten – gleichwohl nicht weniger unterhaltsam – Werke wie der „Walzer Nr.2” von Schostakowitsch oder der Jazzklassiker „Take five” Kontrapunkte zu den heiteren Melodien.
Ausflüge in den Wilden Westen und in die Puszta mit entsprechenden musikalischen Lautmalereien kamen hinzu. Bei „Montana's Beauty” von Hans Rosemann ging es zum Beispiel zu einem ausgelassenen Fest in einen Saloon, in dem nicht nur die Fiedel zum Tanz aufrief, sondern auch der metallische Klang des Honky-Tonk-Klaviers für ordentlich Stimmung sorgte.
Mit Johannes Brahms und seinen „Ungarischen Tänzen Nr. 5” lebte wiederum die Weite und die Romantik der Steppenlandschaft auf. Geiger Werner Köhn „bebilderte” das eindrucksvoll wehmütig mit einem gelungenen Violinensolo.
Die heiteren thematischen Einführungen von Pianist Steffen Müller-Gabriel zu den Stücken machten das gut 90-minütige Programm zudem zum Erlebnis. Er beschränkte sich dabei nämlich nicht nur auf Fakten zu einzelnen Werken, sondern unterfütterte deren Inhalte auch durch kurze Gedichte oder historische Rückblicke. So rezitierte er einen Aphorismus zur Liebe von Frosch und Igel, der gut zu „Froschkönigs Fackelzug” von Kronberger passte.
Die Einnahmen aus dem Konzert kommen zum Teil der Christuskirche zu Gute. Was damit instand gesetzt werden soll, erklärte Kirchmeister Gerhard Nötzel: „Wir werden die anstehende Orgelrenovierung mitfinanzieren.” An der Kirche steht zudem eine Neuisolierung der Fenster an. Weitere Benefizkonzerte (siehe Hintergrund-Kasten links) werden dieses Vorhaben im Laufe des Jahres unterstützen. Wicho Herrmann

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