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Reise ins All wird immer länger

17.02.2010 | 16:23 Uhr

Straffer Ablauf bei der Prunksitzung des MGV Cäcilia gerät durch viele Zugabenwünsche aus den Fugen.

Wicho Herrmann

Werne. Draußen fielen rund zehn Zentimeter Neuschnee, drinnen ging es lachend und fröhlich rund. Die zahlreichen Besucher und Aktiven hatten wieder viel Spaß beim diesjährigen Cäcilien-Karneval im Pfarrsaal von Herz Jesu. Allein Sitzungspräsident Thomas Vandrey hatte da nach 24 Uhr ein (allerdings kleines) Problem. „Lange haben sie warten müssen”, erklärte er kurz vor dem Finale und nach vier Stunden Programm. „Wir begrüßen jetzt mit einstündiger Verspätung die Cäcilienfunken.” Die vom gut aufgelegten Publikum immer wieder eingeforderten Zugaben der Akteure führten dazu, dass der eigentlich straff strukturierte Ablauf zum Jahresmotto „Reise ins All” so aus den Fugen geriet. Doch wen stört das, wenn der Spaßfaktor stimmt?

Den Auftakt zum fröhlichen Treiben setzte der MGV Cäcilia selbst. Die Sänger unter Chorleiter Marko Dumenko schunkelten ihr Publikum warm mit Stimmungsliedern wie „So ein Tag (so wunderschön wie heute)”. Prinz Robert II. zog im Anschluss zu den Klängen von „Star Wars” ein. Sein Elferrat kam passend verkleidet als Yedi-Ritter und erhellte den Saal mit rot, weiß und violett leuchtenden „Laser-Schwertern”.

Das weitere Programm wurde zu einer bunten Mischung aus Musikbeiträgen, witzigen Reden und Tanzeinlagen. So begeisterten die Playbacks (Knut Slowikow und Michael Seidensticker) mit Liedern wie „Ein Stern, der Deinen Namen trägt” (DJ Ötzi) und „Sie liebt den DJ” (Michael Wendler). Das „Wattenscheider Duo” von der Kolping Familie Westenfeld glänzte als alterndes Ehepaar zum Thema „25 Jahre Krieg und Frieden (in der Ehe)”. Die neun Tänzerinnen vom Ballett „Two in One” (vormals „Fidelio”) erfreuten das Publikum mit heißen Beats und entsprechend schwungvollen Bewegungen rund um das Thema Polizei und Verbrecher. Zum Abschluss gab es da auch noch - außer Tanz auf der Bühne - einen Table Dance von zwei hübschen „Polizistinnen”.

Alles öko? Die Cäcilien-Funken trauerten satirisch der Glübirne nach.Fotos: Wicho Herrmann

Die gute Stimmung konnte da nur kaum noch besser werden. Sahnehäubchen in jeweils ganz eigener Weise setzten Christian Hirdes (im Soloauftritt) sowie „Die Wilden Kerle” (Markus Zyprian und Ingo Bergholt von der Kolping Familie Westenfeld) drauf. Während Hirdes mit trockenem Humor bei seinen kabarettistischen Liedern glänzte - zum Beispiel „No woman in Kray” -, kamen die gealterten Jungs in Fußballtrikots mit Stimmungsliedern groß raus.

Die „hauseigenen” Karnevalisten von Cäcilia standen diesem bunten Treiben in nichts nach. Die Ruhr-Unken und die Cäcilienfunken setzten vielmehr selbst humorvolle, aber auch sarkastische Akzente. So besangen die Ruhr-Unken unter anderem die Wettskandale mit „König Fußball”. Die Cäcilienfunken nahmen das „verarmte” Leben von Madeleine Schickedanz, der Hauptaktionärin der früheren KarstadtQuelle AG aufs Korn. Themen für beide Gruppen waren zudem die Schweinegrippe, das Gezerre rund um die Zukunft des Opelwerks sowie die finanzielle Pleite der Stadt Bochum. „Wer hat sich verrechnet?” fragten da die Funken. Die Unken befanden wiederum, dass sich die Stadtverwaltung nebst Oberbürgermeisterin damit lächerlich mache.

Beim Finale feierte das Publikum die zahlreichen Aktiven für das tolle Programm und im Anschluss bei Musik und Tanz sich selbst. ”Cäcilia Helau!”

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