Pionierarbeit im U3-Wichtelexpress in Langendreer

Silke Jenkins mit Ehemann Kazem Dokoohaki und Franca Imandt
Silke Jenkins mit Ehemann Kazem Dokoohaki und Franca Imandt
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vor fünf Jahren eröffnete Silke Jenkins eine Tagespflegestelle für U3-Kinder in Langendreer und war damit stadtweit eine Vorreiterin.

Langendreer..  Dass Eltern für ihre Kleinkinder ein U3-Betreuungsplatz angeboten wird, ist heutzutage ein Muss. Vor fünf Jahren war das noch nicht so. Damals, als Silke Jenkins aus Langendreer die Idee hatte, sich selbstständig zu machen und zusammen mit ihrer Schwester eine Tagespflegestelle für Kinder bis drei Jahren eröffnete. „Wichtelexpress“ nannten sie in Anlehnung an die Lage – am Alten Bahnhof – ihre Einrichtung, in der man bis heute unter Volldampf auf Kurs geblieben ist – um im Bild zu bleiben.

„Das Jugendamt war lange dagegen“, berichtet Silke Jenkins von anfänglichen Diskussionen; später, mit dem U3-Platz-Versprechen, habe sich das natürlich geändert. „Uns war damals schon klar: Viele Eltern wollen keine private Tagesmutter, sondern eine größere Einrichtung für ihre Kinder.“

Neun kleine Menschen wuseln derzeit auf der riesigen Spielfläche umher. Mehr geht nicht. „Wir haben immer eine Warteliste“, sagt Silke Jenkins, macht möglichen Interessenten aber Hoffnung für den Sommer: „Da dürfte noch ein Platz zu bekommen sein.“ 180 Quadratmeter stehen dem Wichtelexpress zur Verfügung; genug Platz für zwei Schlafräume, einen abgetrennten Ess- und Bastelbereich und ein Bällebad. Dazu kommt noch ein großer Garten, in dem sich die Kinder austoben können. „Wir gehen aber auch mindestens drei Mal pro Woche in den Volkspark“, erklärt „Frischluft-Fan“ Silke Jenkins.

Ehemann Kazem springt bald ebenfalls auf den Wichtelexpress

Aktuell hat sie noch Unterstützung von Franca Imandt, die nach zwei Jahren auf Jenkins’ Schwester folgte. Doch diese will jetzt selbst auf eigenen Füßen stehen und wird in Kürze eine Tagespflegestelle für U3-Kinder in Dahlhausen gründen. Schade für Silke Jenkins, die Franca seit gemeinsamen Schultagen kennt.

Doch nach adäquatem Ersatz musste die 44-Jährige gar nicht lange suchen. Ehemann Kazem Dokoohaki springt ab Februar auf den Wichtelexpress und unterstützt seine Frau. „Das tut er schon jetzt hin und wieder. Und wenn er unsere Spielelandschaft betritt, sind Franca und ich bei den Kindern abgemeldet“, lacht Silke Jenkins.

Dass die Zusammenarbeit funktioniert, steht für sie ohnehin außer Frage: „Wir haben vier Kinder im Alter von sieben bis 15 Jahren. Ich habe als Tagesmutter angefangen, als das erste Kind zwei Monate alt war; auch, um es selbst betreuen zu können. Schon damals hat mein Mann toll geholfen.“ Bis vor kurzem hatte Kazem Dokoohaki noch eine Taxilizenz, jetzt macht er eine Qualifizierung zum Tagespfleger. Dieser Tage ist Prüfung. Nicht nur Silke drückt die Daumen – auch neun kleine Wichtel.